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Bayosine – Veredelung regionaler Rohstoffe

Wie die Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH, Vohburg, in dem aktuellen Mitarbeitermagazin schreibt, will das Unternehmen als einer der größten Energieerzeuger und -verbraucher in der Region aktiv die Energiewende mitgestalten und dabei neue Geschäftsfelder im Bereich der Kreislaufwirtschaft erschließen. Um an diesen Zukunftsmärkten teilnehmen zu können, will die Unternehmensführung über den Tellerrand hinausschauen und dabei auch seiner Verantwortung gegenüber der Region nachkommen. Technologien und Rohstoffe aus Bayern zur Herstellung hochwertiger Produkte für Bayern ist dabei die Vision für eine „saubere“ und nachhaltige Energiebereitstellung für nachkommende Generationen.

Dabei hat die Bayernoil kommunalen Klärschlamm als eine für das Unternehmen nachhaltige und unerschöpfliche Rohstoffquelle identifiziert. Diese regionale Ressource einfach zu verbrennen, ist angesichts der enthaltenen Wertstoffe viel zu schade. Ziel ist es daher als Experten in der Ölaufbereitung eine Wertschöpfungskette aus Klärschlamm zu etablieren und das Produktportfolio um fortschrittliche Biokraftstoffe – allen voran nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenannte Sustainable Aviation Fuels (SAF) – zu erweitern. Klärschlamm ist dabei das Mittel zum Zweck für die Produktion nachhaltiger Kraftstoffe. Dass so auch gleichzeitig die Entsorgung des Schlamms stattfindet, ist zum Nutzen aller. Zusätzlich werden neue Produkte wie phosphatreiche Düngemittel oder andere Chemikalien in die Produktpalette aufgenommen.

Im Projekt Bayosine sollen zunächst rund 100.000 t Klärschlamm (trocken) pro Jahr nahezu vollständig in Wertprodukte umgewandelt werden. Etwas Vergleichbares in dieser geplanten Dimension gibt es nach Angaben der Bayernoil bislang nicht.

Die Klärschlammveredelung angefangen von einer Trocknung über eine Pyrolyse bis zur Phosphorrückgewinnung soll im Betriebsteil Vohburg auf dem Gelände der ehemaligen Messwarte und der FCC aufgebaut werden. Das Herzstück dieses Vorhabens bildet dabei die TCR – Technologie der Fraunhofer UMSICHT. Es handelt sich um ein thermo-katalytisches Verfahren, bei dem der Klärschlamm zunächst in einem Schneckenreaktor thermisch unter Luftausschluss pyrolysiert und in einem nachgeschalteten Reaktor reformiert wird. Die Produkte werden anschließend getrennt weiterbehandelt.

Zunächst gilt es, sich genügend Klärschlamm zu sichern und zusammen mit einem Ingenieurspartner die Technologie in einer großtechnischen Anlage umzusetzen.