NEUIGKEITEN

aus der Branche!

Erneuerbare

ENERTRAG eröffnet in Prenzlau Tankstelle für „grünen“ Wasserstoff

Die ENERTRAG AG, Dauerthal, hat in Prenzlau eine H2-Tankstelle in Betrieb genommen, an der Wasserstofffahrzeuge „grünen“ Wasserstoff tanken können, der ausschließlich mit erneuerbarem Strom aus der Uckermark erzeugt wird. Ab sofort können dort Busse des ÖPNV, Güter- und auch Individualverkehr zwischen den urbanen Zentren Berlin und Stettin „grünen“ Wasserstoff tanken. Die Besonderheit ist, dass der Wasserstoff ausschließlich mit erneuerbarem Strom aus der Region erzeugt wird. Zu den ersten Kunden zählen die auf Wasserstoffantrieb umgerüsteten Busse der UVG Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH, Schwedt, sowie der neue Lkw Hyundai Xcient Fuel Cell, der im Rahmen einer Roadshow in Brandenburg Mitte Dezember 2021 Halt machte.

Bei der offiziellen Eröffnung zeigte sich Karina Dörk, Landrätin des Landkreises Uckermark, erfreut über die Inbetriebnahme des jüngsten H2-Projektes in der Region. Sie erwartet, dass in der Uckermark und im Barnim bald weitere Projekte folgen werden, denn dort gibt es aus ihrer Sicht sehr gute Voraussetzungen, um bei der Entwicklung der Wasserstoff-Technologie eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Nach Meinung von Daniel Kurth, Landrat des benachbarten Landkreises Barnim, kann das Jahr 2021 bereits jetzt als Initialjahr für den Einsatz von Wasserstoff in der Region Uckermark-Barnim gesehen werden. Es konnten seit Beginn dieses Jahres wegweisende Wasserstoffvorhaben auf den Weg gebracht werden.

Für die Stadt Prenzlau sind die H2-Tankstelle und die sukzessive Umstellung des ÖPNV auf alternative Antriebstechnologien laut Hendrik Sommer, Bürgermeister von Prenzlau, wichtige Impulse. Insbesondere das ganzheitliche Konzept mit der geplanten Nutzung der Elektrolyse-Abwärme durch die Stadtwerke hat die Stadt überzeugt.

Die Tankstelle des deutschen Herstellers Maximator GmbH, Nordhausen, verfügt über zwei Kompressorstufen, die Betankungen mit 350 bar und 700 bar für Nutzfahrzeuge und Pkw erlauben. Zu Beginn steht eine tägliche Kapazität von 750 kg Wasserstoff zur Verfügung, welche die Betankung von 25 Bussen oder Lkw ermöglicht. Eine Erweiterung der Kapazitäten auf 1.600 kg täglich ist möglich.

Für den ENERTRAG-Vorstandsvorsitzenden Jörg Müller muss „grüner“ Wasserstoff dort eingesetzt werden, wo die Hebelwirkung am größten ist und wo er am meisten Kohlendioxid vermeidet. Der Aufbau weiterer Tankstellen in der Region und die Nutzung im Mobilitätssektor sind daher naheliegend.

Die Wasserstofftankstelle ist der erste Baustein des Wasserstoffzentrums Prenzlau. Die Pläne für das Wasserstoffzentrum sehen die Installation von bis zu 13 MW Elektrolyseleistung sowie die Integration eines Labors zur Qualitätskontrolle und Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Technologien vor.