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Förderbescheid für Wasserstoff-Pilotprojekt im Erdgasspeicher Krummhörn übergeben

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat vergangene Woche den Förderbescheid in Höhe von 2,375 Mio. Euro für das von der Uniper SE, Düsseldorf, geplante Wasserstoff-Pilotprojekt am Standort des Erdgasspeichers Krummhörn übergeben. De Klimakrise und der Krieg gegen die Ukraine zwingen die Gesellschaft nach Meinung von O. Lies, die Energiewende mit Höchstgeschwindigkeit voranzutreiben. Längst ist dabei klar, dass die Energiewende nicht allein mit Elektronen gelingen kann. Wasserstoff wird zentraler Baustein für das Gelingen der Energiewende sein. Dieser wird benötigt, damit Deutschland unabhängig von fossilen Energieträgern wird und seine Energiewirtschaft sowie Industrie dekarbonisieren kann. Vorteil des Wasserstoffs ist, dass er gespeichert werden kann. Damit er diesen Vorteil auch entfaltet, werden Speicher benötigt bis zu Kavernenspeichern. Der niedersächsische Umweltminister zeigt sich erfreut darüber, dass die Uniper in Niedersachsen auf Kavernenspeicher für Wasserstoff setzen will. Den Weg dahin unterstützt er gerne. Es ist seiner Meinung nach in aller Interesse, dass dieser Weg schnell gegangen wird.

Doug Waters, Managing Director der Uniper Energy Storage, freut sich über die Förderzusage des Landes Niedersachsen. Die Uniper sammelt mit dem Pilotprojekt die Erfahrungswerte, die das Unternehmen in einer Welt ohne fossile Energieträger dringend benötigt: nämlich, wie die Speicherfähigkeit von „grünem“ Strom in einer kohlenstoffdioxidfreien Zukunft realisiert werden kann.

Die Speicherung von in Wasserstoff umgewandelten Strom ist wichtig, um künftig Angebots- und Nachfrageschwankungen ausgleichen zu können. Doch die bestehenden Speicher sind auf Erdgas ausgelegt und müssten für die Verwendung von Wasserstoff umgerüstet werden.

Die Uniper Energy Storage GmbH, Düsseldorf, wird die Konstruktion und den Betrieb einer neuen, speziell für die Speicherung von Wasserstoff errichteten Salzkaverne an dem seit 2017 nicht mehr kommerziell genutzten Erdgasspeicher im norddeutschen Krummhörn in großem Maßstab und in realer Umgebung erproben. Dazu wird eine neue Pilot-Kaverne unter Verwendung einer bestehenden Bohrung sol-technisch erstellt. Während des Probebetriebs sollen Equipment und Werkstoffe auf Wasserstoff-Verträglichkeit untersucht sowie Erfahrungen bei der Speicherung von ausschließlich „grünem“ Wasserstoff in einer Salzkaverne und dessen Anlieferung und Weiternutzung gesammelt werden.

Der Speicher wird einer der ersten seiner Art sein und soll bis 2024 in Betrieb gehen. Die Uniper wird in das „grüne“ Zukunftsprojekt mit einem Speichervolumen von bis zu 250.000 cbm Wasserstoff rund 10 Mio. Euro investieren.

In Ergänzung zu dem nahegelegenen Uniper-Standort Wilhelmshaven mit dem Projekt „Green Wilhelmshaven“ bietet Krummhörn aufgrund seiner geographischen Lage nahe der windreichen Nordsee und der seit Jahrzehnten bestehenden energietechnischen Anbindung an das Gas- und Stromnetz sehr gute Voraussetzungen als Energie-Standort und stärkt damit die Bedeutung der Region und Niedersachsens als Energiedrehscheibe in Mitteleuropa.

In direkter Nachbarschaft findet sich auf dem Betriebsgelände idealerweise das ebenfalls durch das Land Niedersachsen geförderte Wasserstoff-Pilotprojekt „KRUH2“ der OGE Open Grid Europe GmbH, Essen. Hier geht es darum, wie „grüner“ Wasserstoff per Elektrolyseur vor Ort erzeugt und in kleinen Mengen gespeichert werden kann, um den Eigenbedarf einer Betriebsstelle an Wärme, Mobilität und Strom zu decken. Die Uniper und die OGE verbindet seit Jahrzehnten eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit in verschiedensten technischen Bereichen.

Die Uniper treibt nach eigenen Angaben mit jahrzehntelanger Erfahrung und Pioniergeist die Energiewende voran und ermöglicht durch die Speicherung von Erdgas, Wasserstoff und weiteren „grünen“ Gasen auch in Zukunft eine sichere Energieversorgung.