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Innovative Technik: Erste Erfahrungen mit Wasserstoffbus in Münster Bus ist abgasfrei und leise unterwegs

WASSERSTOFF BEWEGT MICH steht in großen Lettern auf dem auffälligen Elektrobus, der seit Mitte Dezember 2020 vor allem auf der Linie 2 in Münster unterwegs ist. Die bisherigen Tests mit dem Bus zeigen nach Aussage von Frank Gäfgen, Geschäftsführer für Mobilität bei der Stadtwerke Münster GmbH, Wasserstoff kann ein wichtiger Träger der Verkehrs- und Energiewende werden.

Ähnlich wie bei den ersten Elektrobussen 2015 wurde bei den Testfahrten erkannt, dass der Stadtbusbetrieb mit den häufigen Haltestellenstopps und Fahrten über Kopfsteinpflaster noch eine Herausforderung für die Technik darstellt. Bei E-Bussen mit Batterie sind diese inzwischen behoben. Mit dem Test wird dazu beigetragen, dass auch die Wasserstofftechnik bei Bussen reifen kann.

Die Stadtwerke Münster setzen bei der Elektrifizierung der Busflotte auf eine Mischung zwischen Bussen mit Batterie, die auf kürzeren Linien fahren und Ökostrom nachtanken, und solchen mit Wasserstofftank und Brennstoffzelle, die auch längere Strecken schaffen.
Die Reichweite des Wasserstoffbusses liegt wie avisiert bei über 350 km pro Tankladung, das entspricht der eines Dieselbusses. Münster ist nach Angaben von Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, in Deutschland einer der Vorreiter in Sachen Elektrobusse.
Klimaschonend und dazu noch leise: Elektrobusse sind im Nahverkehrskonzept der Zukunft ein tragender Bestandteil. Ziel ist, den Nahverkehr auf allen Ebenen zu stärken. Dazu tragen emissionsfreie Busse mit Ökostrom und Wasserstoff im Tank ebenso bei wie smarte LOOP-Kleinbusse in den Stadtteilen.

Bei der Betankung des Busses arbeitet das kommunale Unternehmen mit der Westfalen-Gruppe zusammen, die bereits seit 2016 eine öffentliche Wasserstofftankstelle nahe der A1 in Münster-Amelsbüren betreibt. Nach Mitteilung von Andre Stracke, Leiter Tankstellen der Westfalen-Gruppe, hat das Unternehmen schon sehr früh mit der ersten Wasserstoff-Tankstelle in der Region in die Zukunft investiert und damit ein Zeichen für nachhaltige Mobilität gesetzt. Die aktuelle Auslastung ist noch gering, da es bislang zu wenig Wasserstoff-Pkw auf dem Markt gibt. Umso mehr begrüßt es die Westfalen AG, Münster, dass die Stadtwerke jetzt auch im Nahverkehr den Wandel zu mehr Klimaneutralität mitgestalten. Der erste Wasserstoffbus in Münster ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Weitere Wasserstoffbusse haben die Stadtwerke bereits bestellt, bisher aber nicht erhalten. Das soll sich zum Jahreswechsel 2021/2022 ändern, dafür haben sich die Stadtwerke mit der Buses4Future GmbH, Oldenburg, zusammengetan, die unter anderem Erfahrungen aus dem niederländischen Markt mitbringt. Durch die Kooperation erhält das Start-up die Möglichkeit, den Markthochlauf der Brennstoffzellentechnik im realen Stadtbusbetrieb erproben zu können.

Nach Informationen von F. Gäfgen wurde in der Strategie der Stadtwerke Münster festgeschrieben, die Busflotte mit über 100 Fahrzeugen bis 2029 komplett auf elektrische Antriebe umzustellen. 2021 wird ein großer Schritt in diese Richtung gemacht: Die E-Flotte soll von aktuell 17 auf 31 Busse bis Ende des Jahres fast verdoppelt werden. Wenn weitere Fördergelder akquiriert werden können, ist eventuell mehr möglich.

Auf der Linie 14 fahren in Münster bereits ausschließlich Elektrobusse, auf der Linie 11 wird dieses Ziel im Jahr 2021 ebenfalls erreicht. Auch auf anderen Linien setzt das kommunale Unternehmen Elektrobusse bereits auf einzelnen Fahrten ein, Tendenz steigend. Überall dort, wo die Busse fahren, ersetzten sie Dieselbusse. Die Strategie des Energie- und Mobilitätsunternehmens sieht vor, Münster „grün“ zu machen, sowohl was Strom, Wärme als auch Mobilität angeht.