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Mobile Speicher für mehr Erneuerbare Energie in E.ON-Netzen

Nach dem Start von IElectrix (Indian and European Local Energy CommuniTies for Renewable Integration and the Energy Transition) im Mai 2019 nimmt das Projekt jetzt weiter Fahrt auf: Mit der Inbetriebnahme des ersten mobilen Speichersystems innerhalb des Gesamtprojekts startete die E.ON SE, Essen, Ende September 2020 die Umsetzungsphase des EU-Projektes.

Das erste mobile Speichersystem steht im Netzgebiet der E.ON-Tochtergesellschaft E.DIS AG, Fürstenwalde/Spree, in Friedland in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wird aktuell rund doppelt so viel erneuerbare Energie erzeugt wie verbraucht wird.

Nach der Planungsphase startet die E.ON jetzt die Umsetzung und bringt die erste mobile Energie-Speicherlösung von IElectrix ans Netz. Damit begegnet das Unternehmen nach Aussage von E.ON-Netzvorstand Thomas König dem rasanten Umbau des Energiesystems hin zu immer mehr dezentraler Erzeugung: Durch die mobilen Speicher können der Netzausbau optimiert, die Abregelung von Erneuerbaren-Energie-Anlagen reduziert und mehr lokal erzeugte „grüne“ Energie schnell und kostengünstig eingespeist werden.

Dezentrale Erzeugung erhöhen und mehr Flexibilität
IElectrix ist Teil des größten Forschungs- und Innovationsprogramms der EU, Horizon 2020. 15 Projektpartner aus acht EU-Staaten sowie der Verteilnetzbetreiber TATA Power DDL, Neu-Delhi, entwickeln innerhalb von dreieinhalb Jahren gemeinsam mobile Speicher als schnelle und kostengünstige Lösungen für lokale Herausforderungen im Verteilnetz. Die Speicherlösungen sollen Netzüberlastungen reduzieren, dezentrale Erzeugung fördern und die Flexibilität im Netz erhöhen.

Investitionen von 6,6 Mrd. Euro
Um die Netze fit für die Energiewende und die Einspeisung von zahlreichen dezentralen Erzeugungsanlagen zu machen, investiert die E.ON in den nächsten drei Jahren allein in die deutschen Netze rund 6,6 Mrd. Euro. Solche Investitionen sind jedoch nur eine Voraussetzung für eine stabile und sichere Stromversorgung, aufwändige Genehmigungsverfahren die andere. Von der Planung bis zur Umsetzung können viele Jahre vergehen. Damit trotzdem möglichst viel „grüner“ Strom ins Netz kommt, können die mobilen Speicherlösungen insbesondere in ländlichen Regionen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energie die Zeit bis zum notwendigen Netzausbau überbrücken. Sie sollen europaweit vor allem dort temporär eingesetzt werden.

Intelligente Algorithmen übernehmen die selbstständige und aktive Kommunikation zwischen Energiespeichersystem und Großtransformator im Umspannwerk in Mecklenburg-Vorpommern: Wenn der Transformator die Auslastungsgrenze erreicht hat, sendet ein Algorithmus ein Signal an das Speichersystem, um die Energiespeicherung zu starten. Derartige intelligente Lösungen könnten dazu beitragen, Windkraft- und Photovoltaikanlagen automatisiert und damit effizient in die Netze zu integrieren.

Inbetriebnahme steht kurz bevor
Die Inbetriebnahme der zweiten IElectrix-Speicherlösung steht bereits kurz bevor: Im Herbst dieses Jahres wird die E.ON einen Speicher in Ungarn ans Verteilnetz anschließen, im nächsten Frühjahr einen weiteren. Dort gibt es seit geraumer Zeit ein großes Ungleichgewicht zwischen potenziell verfügbarer Solarenergie und Anschlusskapazitäten. Neben dem Einsatz der Speicherlösung planen die Projektverantwortlichen auch, die Etablierung von Energiegemeinschaften zu fördern. Daher sollen in Ungarn ein aktives Energiemanagementsystem und intelligente Haushaltsgeräte wie smarte Wasserthermen oder Wärmepumpen in Verbindung mit intelligenten Messsystemen zum Einsatz kommen. Konsortialführer von IElectrix ist der französische Verteilnetzbetreiber ENEDIS, Courbevoie. Am Projekt beteiligen sich neben der E.ON Group Innovation auch E.ON Ungarn und E.DIS. IElectrix wird mit 7,9 Mio. Euro von der Europäischen Union gefördert, das Gesamtprojektvolumen liegt bei 10,7 Mio. Euro.

Das Projekt wurde im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 824392 aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union Horizon 2020 finanziert.