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Raffinerien haben Zukunft in einem klimaneutralen Europa

Treibhausgasarme Kraft- und Brennstoffe und damit „grüne“ Raffinerien sind notwendiger Bestandteil eines klimaneutralen Europa 2050: Das ist das wichtigste Ergebnis des 10. EU Refining Forums, welches dieses Jahr am 18. Februar online stattfand. An dem Online-Treffen nahmen Vertreter der EU-Kommission sowie dem EU-Parlament, den EU-Mitgliedstaaten, der europäischen Industrie, Zivilgesellschaft und Branchenverbänden wie dem MWV Mineralölwirtschaftsverband e. V., Berlin, teil.

Die Teilnehmer dieser jährlichen europäischen Veranstaltung rund um Raffinerien haben nach Informationen von MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen, die entscheidende Rolle von Biofuels und E-Fuels in allen Bereichen des Verkehrs zum Erreichen der Klimaziele anerkannt und hervorgehoben.

Mobilität und Klimaschutz gehen Hand in Hand

Mehr denn je ist laut C. Küchen klar, dass die weitere Entwicklung von Mobilität, Wärme und Industrie Hand in Hand mit mehr Klimaschutz gehen muss. Das geht nur mit Raffinerien, die mit Unterstützung von EU und nationalen Regierungen von Jahr zur Jahr „grüner“ werden müssen. Konkret heißt das: zunehmender Ersatz von Mineralöl durch alternative Roh- und Einsatzstoffe wie nachhaltig erzeugte Biomasse sowie recycelte Abfall- und Reststoffe.

Aus Sicht von EU-Energiekommissarin Kadri Simson werde im Jahr 2050 die Energie im Verkehrssektor aus einem Mix aus „grünem“ Strom, Biofuels, Wasserstoff, Biomethan und E-Fuels stammen. Für sie ist die europäische Raffinerie-Initiative „Klimafreundliche Kraft- und Brennstoffe in allen Sektoren“ (Clean Fuels for All) ein Schritt in diese Richtung.

Treibhausgasarme Kraftstoffe brauchen volle EU-Anerkennung

Die Vizegeneralsekretärin der europäischen Industrie-Allianz IndustriAll, Judith Kirton-Darling, forderte von der EU für die Klimastrategie die Einbeziehung alle Branchen, die gewillt sind zu den Pariser Zielen beizutragen, und nicht nur vermeintlicher Gewinner. Bei der geplanten EU-Vorschrift zur nachhaltigen Finanzierung geförderter Investitionen („Taxonomie“) darf es keine „schwarze Liste“ geben. Dazu ergänzte die EU-Parlamentarierin Anna-Michelle Asimakopoulou, dass die Taxonomie sämtliche Technologieoptionen berücksichtigen muss, auch nachhaltige Kraftstoffe sowie Fahrzeuge, die mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben werden. Nach Aussage von John Cooper, Generaldirektor des europäischen Raffinerie-Dachverbands FuelsEurope, Brüssel, enthält die EU-Klimastrategie zwar Elemente zugunsten flüssiger Energien, diese wird allerdings noch nicht von allen Teilen der EU-Kommission gleichermaßen so gesehen.

Zusammenarbeit mit der Politik

Es besteht nach Informationen von C. Küchen weitgehend der Grundkonsens, dass für Klimaneutralität in Europa 2050 alle Energie-Optionen benötigt werden. Alle Beteiligten wollen mit der EU, der Bundesregierung, dem Bundestag, den Ministerien und den Landesregierungen weiter im Gespräch bleiben, um zu definieren welchen Beitrag die europäische und deutsche Raffineriebranche dazu leisten kann und muss.