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Mehr als zwei Drittel der Deutschen Online-Nutzer achten beim Videostreamen nicht auf den Energieverbrauch

Der hohe Stromverbrauch in Rechenzentren durch Video-Streaming ist für mehr als zwei Drittel der Deutschen kein großes Thema. 71 % der Online-Nutzer haben dafür kein Bewusstsein oder ignorieren den hohen Stromverbrauch schlicht. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar GmbH, München, in Auftrag der Essener E.ON SE.

Videos machen heute 80 % des globalen Datenverkehrs aus. Allein die Deutschen haben im vergangenen Jahr rund 5 Mrd. Stunden Filme und Serien aus dem Internet gestreamt.

Kaum Bereitschaft den Konsum zu ändern

Die Befragten sind in der Bereitschaft gespalten, die eigene Internetnutzung für mehr Klimaschutz zu überdenken. Aus der Gruppe ohne Wissen über den Zusammenhang von hohem Energieverbrauch und Streamen sind 57 % bereit, ihr Verhalten in Zukunft zu verändern. 42 % gaben dagegen an, nicht aus Klimaschutzgründen den Konsum von Netflix, Sky oder Amazon Prime Video einschränken zu wollen. Aus der Gruppe der Personen, die den Zusammenhang zwischen Streamen und Stromverbrauch kennen, sieht rund die Hälfte aktuell keinen Grund, ihr Verhalten zu verändern, während die andere Hälfte bereits heute darauf achtet, möglichst wenig Inhalte zu streamen.

Eine Mehrheit der Deutschen sieht die eigene Internetnutzung am Limit. 54 % aller Befragten gaben an, das Internet in Zukunft nicht häufiger als heute zu nutzen. 29 % gehen davon aus, dass ihr Internetkonsum zunehmen wird. Nur 15 % vermuten, weniger als gegenwärtig online zu sein.

Wenig Bewusstsein für Strombedarf

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass die Mehrheit der Deutschen den Strombedarf von Rechenzentren zu gering einschätzt. Dass Rechenzentren zu den großen Stromverbrauchern zählen, ist noch weithin bekannt. In einer Schätzfrage, ob die Rechenzentren in Deutschland so viel Strom verbrauchen wie eine Stadt mit 25.000, 100.000 oder 4 Millionen Einwohnern, tippten aber lediglich 41 % auf den höchsten und damit korrekten Wert. 9 % setzten den Verbrauch mit einer 25.000-Einwohner-Stadt gleich, 33 % vermuteten, dass die Rechenzentren so viel Strom wie 100.000 Einwohner benötigen.

Für Anthony Ainsworth, Chief Executive Officer der E.ON Business Solutions GmbH, Essen, ist es dringend notwendig, die CO2-Emissionen der Internetnutzung zu ermitteln, um vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Für ihn steht fest, dass es ein großes Potenzial gibt, Rechenzentren energieeffizient und kohlendixoidneutral zu entwickeln. Daher bietet die E.ON Business Solutions ihren Kunden alle Energiedienstleistungen an, um kohlendioxidfrei zu werden.

Möglichkeiten zu handeln

Jeder Einzelne kann laut E.ON etwas dafür tun, seine CO2-Emissionen beim Streaming zu reduzieren. Zum Beispiel müssen die Inhalte nicht in 4K- oder 8K-Qualität geladen werden. Für die meisten Videos reicht eine geringere Auflösung, die deutlich weniger Stromverberbrauch in Rechenzentren verursacht. Familien- und klimafreundlich zugleich ist es, wenn die Familie einen Film oder eine Serie gemeinsam anschaut – und nicht einzeln nacheinander. Und wer nur Musik hören möchte, sollte das nicht über YouTube tun. Die Website spielt immer auch ein Video ab – das treibt den Datentransfer unnötig in die Höhe. Es gibt außerdem die Möglichkeit, den eigenen CO2-Ausstoß zu kompensieren. Verschiedene Anbieter berechnen den individuellen CO2-Verbrauch und investieren den Gegenwert in internationale Klimaprojekte.

Fallen beim Energieverbrauch

Beim Streamen fällt nicht nur in den Rechenzentren Energieverbrauch an. Auch das Abrufen der Inhalte auf dem Fernseher, Laptop, Tablet oder Smartphone benötigt Strom. Es gilt: Je größer der Bildschirm, desto höher der Stromverbrauch. Wer energiesparsam Filme und Serien schauen möchte, sollte daher auf sein Smartphone oder Tablet setzen. Denn ein Kunde, der täglich ein bis zwei Stunden im Internet surft und Filme streamt, benötigt mit einem Smartphone beispielsweise nur rund 4 kWh Strom pro Jahr, also rund 1,20 Euro an Energiekosten. Wer genauso lange über ein aktuelles, größeres TV-Gerät streamt, kommt auf rund 50 kWh beziehungsweise rund 15 Euro pro Jahr.

E.ON klärt online auf

Die E.ON klärt in einer aktuellen Social-Media-Kampagne über den Zusammenhang von Internet und Energieverbrauch auf. Unter dem Motto „Kein Internet ist auch keine Lösung“ geht es nicht darum, die Lebensqualität einzuschränken, sondern das „grüne“ Internet zu ermöglichen. Dafür versorgt die E.ON Rechenzentren mit „grüner“ Energie aus Wind, PV oder Brennstoffzellen. Die Abwärme von Rechenzentren nutzt das Unternehmen heute schon, um damit Wohngebiete zu heizen