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Tkw-Abfertigung bei MiRO erfolgreich auf VERA-V3 von der VTA umgestellt

Im August 2020 wurde bei Deutschlands größter Mineralöl-Raffinerie die komplette Tkw-Verladung auf die VTA-Software VERA-V3 umgestellt – und das im laufenden Betrieb. In effizienter Zusammenarbeit haben die VTA Software & Service GmbH, Gelsenkirchen, und die MiRO Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG, Karlsruhe, diesen Kraftakt gemeistert. Wie Johannes Kuhlmann, Geschäftsführer der VTA Software & Service GmbH, betonte, glich dieses Verfahren einer „Operation am offenen Herzen“. Dementsprechend musste vorab eine sehr große Vorarbeit geleistet werden. Doch es hat sich gelohnt, die MiRO konnte durch die Umstellung ihre Prozesse optimieren und weiter vereinfachen.

Ausgangssituation
Die MiRO stellt die Versorgungssicherheit im Südwesten Deutschlands und den Grenzbereichen der Nachbarländer sicher. Bis zu 1.500 Tkw werden täglich beladen. Innerhalb eines umfassenden Projektprogramms zur Erneuerung und Modernisierung der Rechnersysteme in der Versandautomatisierung (Projekt RLCS) fasste die MiRO den Entschluss, das zentrale System der Verladeabwicklung komplett zu ersetzen. Dabei sollte die Systemverantwortung auf einen Dienstleister ausgelagert werden und die Voraussetzungen geschaffen werden, „alte“ Hardwarekomponenten einfacher auszutauschen. Ebenso sollte jetzt die Chance genutzt werden, neue IT-Sicherheitsanforderungen bei der Implementierung direkt miteinfließen zu lassen, denn wie Uwe Twiehaus, Team IP Business Applikation und Gesamt-Projektleiter bei der MiRO, erklärt, hat die MiRO als Raffinerie und Betreiber einer kritischen Infrastruktur (KRI-TIS) ganz besondere Anforderungen an die Datensicherheit.

VERA-V3
Ein wichtiges Kriterium bei der Planung war die Zuverlässigkeit und einfache Bedienbarkeit: Bei einem Durchsatz von rund 1.500 Fahrzeugen pro Tag, wird ein sehr stabiles und zuverlässiges Verladeabwicklungssystem benötigt, mit wenigen Bedienereingriffen, um diese große Anzahl abfertigen zu können, erklärt Detlef Uhle, Leiter Disposition und Versand und fachlicher Projektleiter bei der MiRO, die Anforderungen an das System.

Um das Modernisierungsprojekt umzusetzen, entschied man sich daher für die VTA-Software VERA-V3. Mit diesem System können alle Abwicklungsprozesse zusammengefasst und einheitliche Schnittstellen zu den Feldgeräten geschaffen werden. Das System erfüllt somit alle Voraussetzungen, um als Dreh- und Angelpunkt im Bereich der Verladekomponenten und bei der Ansteuerung der Daten fungieren zu können, erläutert Holger Porath, Projektleiter bei der VTA Software & Service GmbH. Der Check-in-Ablauf für die Tkw-Fahrer kann in diesem Zusammenhang ebenfalls vereinfacht und die Informationsdarstellung für die Expedienten verbessert werden. Umfangreiche Reporting- und Exportfunktionen vervollständigen das Funktionsportfolio. Gleichzeitig werden bei VERA-V3 moderne Sicherheitsarchitekturen berücksichtigt, um dem Aspekt der Datensicherheit gerecht zu werden.

Betreiberkonzept
Im zugrundeliegenden Betreiberkonzept wurden die Verantwortlichkeiten definiert. Die Zuständigkeit für die Gesamtanwendung wurde der VTA übertragen. Für Störungen wurde ein zentraler Ansprechpartner vereinbart, zusätzlich eine 24-Stunden-Störungsbereitschaft. Die MiRO übernimmt dagegen die Verantwortung für das IT-Netzwerk und die Infrastruktur des Rechenzentrums.

Erfolgreiche Inbetriebnahme
Aufgrund des hohen Durchsatzes durfte der Betrieb für die Umstellung nicht lange unterbrochen werden und eine schrittweise Implementierung hätte aufgrund der großen Menge an Daten zu einem erheblichen Mehraufwand geführt. Die Projektbeteiligten einigten sich daher auf die „Big Bang“-Strategie: Die Software sollte in allen Bereichen der Tkw-Verladung zu einem festen Zeitpunkt in Betrieb genommen werden.

Dies war nur möglich, nachdem vorab intensive und systematische Tests durchgeführt wurden von einzelnen Anlagenteilen bis zu ganzen Verladebereichen. Der Abschluss der Tests stellte eine Generalprobe für einen kompletten Werksteil dar. Anschließend konnten die benötigten Daten in VERA-V3 übernommen werden und ein einmaliges Leerfahren der Verladeanlagen erfolgen. Das alte System wurde abgeschaltet und die Verbindungen zu den Feldgeräten umgestellt. Somit konnte VERA-V3 für die komplette Anlage in weniger als 30 Minuten pro Werksteil gestartet werden.

Ergebnis
VERA-V3 konnte innerhalb weniger Stunden störungsfrei den Betrieb aufnehmen. Dank der umfassenden Tests und mehrerer Schulungen konnte das Bedienpersonal das System von Beginn an ohne Unterstützung der VTA nutzen. Fahrpersonal und die zuständige Belegschaft profitierten folglich schon kurz nach der Umstellung von den Verbesserungen durch das neue System und die MiRO kann sich vollständig auf ihre Kernkompetenz konzentrieren.

Weitere Schritte
Geplant ist im weiteren Verlauf die Einführung von VERA-V3 für die Verkehrsträger Kesselwagen, Schiff und Pipeline. Der Abschluss der Gesamtumstellung soll bereits nächstes Jahr erfolgen.