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Der Norden bekommt ein Wasserstofftechnologiezentrum für Luft- und Schifffahrt - Bundesweite Standort-Förderung des BMVI im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie

Mit einem Förderentscheid des BMVI Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Berlin, im September 2021, wird in Norddeutschland ein auf die Wasserstofftechnologie ausgerichtetes Innovations- und Technologiezentrum (ITZ) für die Luftfahrt und die Schifffahrt errichtet. Dieses „ITZ Nord“ soll als ein neuartiges Dienstleistungszentrum im künftigen Netzwerk des DZM Deutsches Zentrum für die Mobilität der Zukunft, München, aufgebaut werden. Es wird sein Leistungsangebot an den Standorten Bremen/Bremerhaven, Hamburg und Stade erbringen. Mit seiner Unterstützung setzt der Bund ein weiteres Zeichen für den Ausbau Norddeutschlands zu einer Wasserstoffhochburg.

Für Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, ist Hamburg die Mobilitätsmetropole im Norden – als weltweit drittgrößter Standort der zivilen Luftfahrt, als Hafenstadt und Drehscheibe des internationalen Güterverkehrs, als zentraler Eisenbahn-Knotenpunkt in Europa. Auf dem Wasser, im Schwerlastverkehr und in der Luftfahrt kann Wasserstoff fossile Brennstoffe ersetzen und die Logistik damit klimafreundlicher machen.

Das künftige ITZ Nord ist ein weiterer starker Impuls für die Entwicklung der Wasserstofftechnologie in der Metropolregion Hamburg. Es unterstützt Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Wasserstoff-Vorhaben. Hamburg ist nach Aussage des Ersten Bürgermeisters eine Modellregion für innovativen Klimaschutz und soll aufzeigen, wie der Umstieg auf nachhaltige Energieträger gelingt.

Für Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa der Freien Hansestadt Bremen ist das gemeinsame Innovations- und Technologiezentrum an den drei Standorten ein großartiger Erfolg der norddeutschen Zusammenarbeit und wird ein Leuchtturm im Rahmen der Norddeutschen Wasserstoffstrategie werden. Langjährige Erfahrung mit Wasserstoff, sehr gute Voraussetzungen bei der Infrastruktur und mutige Ideen für die Zukunft erhalten mit dem ITZ Nord einen Ort, um noch zielgerichteter an einer nachhaltigen Mobilität auf dem Meer und in der Luft zu arbeiten. Sie ruft noch einmal dazu auf, jetzt gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die neuen Technologien auch wirtschaftlich eingesetzt werden können.

Förderung für Standorte im Westen, Osten, Süden und Norden Deutschlands

Nach Aussage von Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, wird eine Mobilität der Zukunft mit H2 geschaffen und dafür das ITZ Wasserstoff über ganz Deutschland gespannt. Bei einem vom BMVI ausgerichteten Standortwettbewerb wurden bis Ende Januar 2021 insgesamt 15 Konzeptskizzen aus dem gesamten Bundesgebiet eingereicht. Das Ergebnis dieses Standortwettbewerbs ist 3 plus 1: Die drei Standorte in Norddeutschland wurden mit ihrem gemeinsamen Konzept „ITZ Nord“ ebenso wie Konzepte aus Bayern (Pfeffenhausen), Sachsen (Chemnitz) und Nordrhein-Westfalen (Duisburg) endgültig zur Förderung ausgewählt. Damit soll nach Angaben des Bundesverkehrsministers die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie im Westen, Osten, Süden und Norden unterstützt werden – ganzheitlich. Die Standorte greifen dabei die unterschiedlichen Bedürfnisse der Industrie auf und haben verschiedene Schwerpunkte. Jeder Standort bringt seine Stärken mit ein – der Norden beispielsweise im maritimen und luftfahrttechnischen Bereich. Insgesamt werden damit alle Verkehrsträger wie Schiene, Schiff, Auto und Flieger in den Blick genommen. Nur so können aus Sicht von A. Scheuer die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten und die Mobilität gleichzeitig klimafreundlich gestaltet werden. Bis Ende 2024 stehen bis zu 290 Mio. Euro zur Verfügung, damit die Standorte schnell ihre Arbeit aufnehmen können – davon gehen bis zu 70 Mio. Euro in den Norden. Die Länder greifen den Projekten zusätzlich auch noch unter die Arme.

Über das „ITZ Nord“

Das Konzept mit dem Fokus auf Schifffahrt und Luftfahrt von Bremen/Bremerhaven, Hamburg und Stade adressiert ein auf kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und Start-ups ausgerichtetes Dienstleistungszentrum, segmentspezifische Test- und Innovationszentren sowie Laborkapazitäten. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung und Integration von Brennstoffzellensystemen und hiermit korrespondierenden Komponenten, auf der Hybridisierung von Antrieben, Betankungskonzepten, der Logistik, Lagerung und Aufbereitung „grünen“ Wasserstoffs und wasserstoffbasierter Brennstoffe sowie dem Testen von Komponenten und Systemen. Des Weiteren werden unter enger Einbeziehung von Klassifikationsgesellschaften Kompetenzen zu Fragestellungen bei Normierung, Standardisierung und Zertifizierung gebündelt. Das „ITZ Nord“ steht explizit im Kontext der seit vielen Jahren erfolgreichen Zusammenarbeit der drei norddeutschen Nachbarländer.

Bereits vorab haben weit über 100 Unternehmen aus den Bereichen Werften, Flugzeugbau, Zulieferer, Energiewirtschaft, Infrastruktur, Reedereien, Ingenieurdienstleister, Zertifizierungsgesellschaften sowie Verbände, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen dem Vorhaben ihre Unterstützung erklärt.

Über das Innovations- und Technologiezentrum (ITZ) Wasserstoff

Brennstoffzellentechnologie in Deutschland zu fördern ist der Antrieb bei der Schaffung des ITZ. Damit setzt das BMVI eine Maßnahme der von der Bundesregierung im Juni 2020 beschlossenen Nationalen Wasserstoffstrategie um. Das ITZ soll Teil des DZM-Netzwerks werden und dabei nach Informationen des Bundesverkehrsministers nicht auf Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne fokussiert sein, sondern stark anwendungsorientiert arbeiten. Eine besondere Fokussierung liegt dabei auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Start-ups, Gründern sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mit dem Wasserstoffzentrum soll eine Entwicklungs- und Testeinrichtung geschaffen werden, die Angebote vorhält, die so am Markt nicht beziehungsweise nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Im internationalen Kontext soll das ITZ außerdem einen Beitrag dazu leisten, technische und ökonomische Standards zu setzen.

Über das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM)

Mit dem DZM soll ein über mehrere Standorte verteilter Ort geschaffen werden, an dem die Mobilität von Morgen neu gedacht und entwickelt wird. Das Zentrum soll auf Basis neuer technologischer Möglichkeiten Antworten darauf finden, wie sich Menschen fortbewegen und Waren transportiert werden können. Es soll den notwendigen Freiraum schaffen, kreativ, quer-denkend, interdisziplinär und innovativ zukunftsweisende Mobilitätskonzepte zu erdenken (Thinktank), zu entwickeln (Entwicklungszentren) und in der Praxis unmittelbar zu erproben (Praxiscampus). Vorgesehen ist, durch Zusammenarbeit mit Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft eng miteinander zu verknüpfen. Dabei geht es auch um die Erprobung neuer Technologien bis zur Marktreife und um die Unterstützung bis zur Gründung von neuen Unternehmen. Entwicklungsschwerpunkte sind dabei unter anderem Wasserstofftechnologien, synthetische Kraftstoffe, innovative Logistikkonzepte und vor allem auch digitale, plattformbasierte Mobilitätskonzepte.