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LOHC-Technologie der Hydrogenious im Finale des Deutschen Gründerpreises 2021 – Neue Möglichkeiten für die Speicherung und den Import erneuerbarer Energie

Die Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, Erlangen, hat es unter die Top-3-Nominierten in der Kategorie „Aufsteiger“ des Deutschen Gründerpreises geschafft, der am 14. September 2021 im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin verliehen wurde. Nach Angaben des Veranstalters hat sich die sogenannte LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier = Flüssiger organischer Wasserstoffträger) der Hydrogenious in internationalen Projekten als die vielversprechendste, nicht-pipelinegebundene Lösung für den künftigen großvolumigen Wasserstofftransport und damit den Aufbau einer flexiblen Wasserstoffinfrastruktur qualifiziert.

Die Klimawende ist der Katalysator für das Unternehmen, welches eine Technologie entwickelt hat, mit deren Hilfe „grüner“ Wasserstoff gefahrlos und effizient gelagert und transportiert werden kann: Das Gas wird an ein Öl gebunden, später wird es wieder freigesetzt. Diese revolutionäre Wasserstoffspeicher- und -transporttechnologie hat aus Sicht der Jury das Potenzial, dem Wasserstoff zum Durchbruch als Energievektor des 21. Jahrhunderts zu verhelfen. Durch Innovationsgeist und wirtschaftliche Erfolge hat das Unternehmen starke Partner und Investoren gewinnen können. Die technologische Vorreiterrolle der Hydrogenious wird außerdem durch eine Vielzahl an Patenten gesichert.

Nach Aussage von Dr. Daniel Teichmann, Gründer und Chief Executive Officer der Hydrogenious, verzeichnete das Start-up in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung und starke Nachfrage nach der Lösung. Die proprietäre LOHC-Technologie gehört laut renommierten Studien wie die des Hydrogen Council, Brüssel, zu den vielversprechendsten Lösungen für die Speicherung und den Transport von Wasserstoff. Hochkarätige strategische Investoren aus aller Welt unterstützen die Hydrogenious und jüngst hat das BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin, zwei der Verbundvorhaben des Unternehmens zur Förderung als „Important Project of Common European Interest“ ausgewählt.

„Grüner“ Wasserstoff wird als Energieträger eines künftigen erneuerbaren Energiesystems gesehen und wird laut D. Teichmann maßgeblich zur Dekarbonisierung in den Sektoren Industrie und Mobilität beitragen. Südeuropa zum Beispiel bietet großes Potenzial für erneuerbare, „grüne“ Energien basierend auf Photovoltaik, in der Nordsee und in Skandinavien hat Windstrom optimale Bedingungen. Das heißt, dass dort „grüner“ Wasserstoff kosteneffizient produziert werden kann, kosteneffizienter als in den Industrienationen in Mitteleuropa, die den „grünen“ Wasserstoff aber benötigen. Der Import, das heißt die dafür nötige Einspeicherung und der erforderliche Transport dieses „grünen“ Wasserstoffs, ist eine Herausforderung. Denn molekularer Wasserstoff ist ein leicht entzündliches Gas mit niedriger Dichte. Hier liefert die LOHC-Technologie der Hydrogenious die Lösung – effizient, sicher und einfach.

„Grüner“ Wasserstoff ist in vielen Industrien für die Transformation zur Klimaneutralität essenziell: von der Stahlerzeugung bis zur Glasherstellung. Doch das leicht entzündliche Gas ließ sich bislang nur mit großem Aufwand transportieren. D. Teichmann (38) und seine Mitgründer, die Universitätsprofessoren Peter Wasserscheid (50), Wolfgang Arlt (69) und Eberhard Schlücker (65), entwickelten ein besseres, einfacheres und kostengünstigeres Verfahren, eine Art Pfandsystem für Wasserstoff: Durch die Bindung des Gases an ein Wärmeträger-Öl kann es in der bestehenden Infrastruktur für heutige Kraftstoffe transportiert werden. Bei Bedarf wird der Wasserstoff wieder davon gelöst und das Öl – wie eine Pfandflasche – für die nächste Ladung benutzt. So sicher und effizient war der Transport von Wasserstoff noch nie.

Damit ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für die Speicherung und den Import erneuerbarer Energie. In „stürmischen“ Zeiten oder dort, wo es besonders sonnig ist, kann durch Elektrolyse Wasserstoff gewonnen und dank LOHC-Verfahren vergleichsweise einfach gespeichert werden, bei „Flaute“ wird der Energieträger freigesetzt. Mit dem LOHC-Verfahren lässt sich wegen der hohen Speicherdichte fünfmal so viel Wasserstoff speichern, als wenn dieser etwa mit Druck komprimiert wird. Außerdem bestehen keine gesonderten Anforderungen an die Transportfahrzeuge. Die Hydrogenious stellt auf Basis ihrer LOHC-Technologie die Anlagensysteme zur Speicherung und Freisetzung des Wasserstoffs her – Industrie-Maschinen zur Umwandlung von jeweils mehreren tausend Tonnen Wasserstoff pro Jahr.

Unterstützung für ausgewählte Unternehmen des Deutschen Gründerpreises

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. Ziel ist, erfolgreiche Gründer und ihre Unternehmen sichtbar und durch vielfältige Unterstützung noch erfolgreicher zu machen. Damit sollen der Unternehmergeist und die Innovationskraft in Deutschland gestärkt werden.

In der Kategorie „Aufsteiger“ werden Unternehmen ausgezeichnet, die nicht älter als neun Jahre sind und bereits ein außerordentliches Wachstum erreicht haben. Nominiert waren in diesem Jahr neben der Hydrogenious die Nect GmbH, Hamburg, mit ihrer „Selfie-Ident“-App sowie die Wildling Shoes GmbH, Engelskirchen, mit ihren innovativen Minimalschuhen für mehr Fußgesundheit, die auch zum Sieger der Kategorie gekührt wurde.

Alle Finalisten erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting. Außerdem übernehmen Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für jeden Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

Vorgeschlagen wurden die Unternehmen durch die rund 300 Experten des Deutschen Gründerpreises. Sie stammen aus renommierten Unternehmen, Technologiezentren, Ministerien, Gründungsinitiativen und der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Experten verfügen über jahrelange Erfahrungen mit Unternehmensgründungen und sehr gute Branchenkenntnisse. Auch das BMWi unterstützt den Deutschen Gründerpreis.