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SGS veröffentlicht neue „World Wide Fuel Study“ – Kraftstoffmix hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert

Die Qualitätsoptimierung von Kraftstoffen ist im Hinblick auf deren Verträglichkeit für Umwelt und Motoren von großer Bedeutung. Seit über 30 Jahren führt die SGS SA, Genf, weltweit unabhängige Untersuchungen zur Kraftstoffqualität durch und hat nun die aktuellen Ergebnisse in der „World Wide Fuel Study 2020“ veröffentlicht. Insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten ist eine große Veränderung beim Mix von Kraftstoffen zu verzeichnen mit einem Trend zur Nachhaltigkeit aufgrund abnehmender Schadstoffbelastung. Dabei bestehen jedoch Unterschiede im nationalen Vergleich.

Die Senkung von Spritverbrauch und Schadstoffausstoß stellen für eine klimafreundliche Fahrzeugnutzung wichtige Kriterien dar. Zu den obersten Zielen für die Weiterentwicklung der Kraftstoffqualität zählt daher die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Veränderungen beim Mix von Kraftstoffen sind wiederum relevant bei der Produktentwicklung künftiger Fahrzeugmotoren. Nach Mitteilung von Anke Konzack, Business Development Managerin der SGS Holding Deutschland B.V. & Co. KG, Hamburg, variiert weltweit die Zusammensetzung und Qualität von Kraftstoffen. Die Entwicklung weist in einzelnen Ländern und Regionen deutliche Unterschiede auf. Um eine transparente und umfassende Übersicht zu Forschungs- und Entwicklungszwecken insbesondere für führende Fahrzeughersteller und Mineralölkonzerne zu schaffen, analysiert die SGS bereits seit 1989 unabhängig Kraftstoffproben aus über 150 Ländern. Jetzt liegen die Daten der aktuellen „World Wide Fuel Study 2020“ vor.

Sinkender Schwefelanteil sorgt für verbesserten Klimaschutz

Das der Kraftstoffmix sich in den letzten beiden Jahrzehnten stark verändert hat, wird besonders sichtbar in der kontinuierlichen Reduktion des durchschnittlichen Schwefelanteils. Die aktuellen Analysen zeigen, dass die Kraftstoffqualitäten länderspezifisch stark variieren, sich aber generell verbessert haben. In den meisten Ländern, mit einigen Ausnahmen in Asien und Afrika, sind heute deutlich schwefelärmere Kraftstoffe erhältlich als noch im Vergleichsjahr 2000. Laut A. Konzack ergab bei Diesel der Langzeitvergleich über 20 Jahre eine Reduktion von mehr als 90 % auf allen Kontinenten. Bei Benzin sind es sogar über 95 % in Latein Amerika, Asien, Europa und Nord Amerika. Das Schlusslicht bildet aktuell Afrika mit 74 % weniger Schwefelanteil als im Vergleichsjahr 2000. Die Kraftstoff-Experten der SGS machen kontinuierlich verbesserte Raffinierungsprozesse im Laufe der Jahre als Hauptursache für diese positive Entwicklung aus. Sie tragen zur Reduktion von Partikelemissionen bei Dieselkraftstoffen sowie zu einem geringeren Benzin-Verbrauch bei Ottomotoren und damit zur Verbesserung der Klimabilanz bei.

Regenerative Rohstoffe auf dem Vormarsch – In Entwicklungsländern noch zu häufig Metalladditive

Betrachtet man den Anteil regenerativer Rohstoffe, so ist zu verzeichnen, dass die Beimischung von Biokraftstoffen (E10, B7) weltweit mit Ausnahme von Afrika und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zunimmt. Die Beimischungsmengen variieren jedoch länderspezifisch. Den Hauptrohstoff für Biokraftstoffe stellen nach wie vor Nahrungspflanzen dar. Kritisch anzumerken ist, dass in Proben aus Entwicklungsländern, zum Beispiel in Pakistan, häufig Spuren von Metalladditiven gefunden werden. Giftige Schwermetalle führen nicht nur zu erheblichen Umweltbelastungen, sondern haben auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Verbesserung der Kraftstoffe schreitet auch künftig weiter voran

Nach Aussage von A. Konzack haben einige Länder, abgesehen von den unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Kraftstoffe in den verschiedenen Regionen, zwei oder drei verschiedene Qualitäten auf dem Markt. Die tatsächliche Qualität ist oftmals besser als die Produktangabe. Daher ist es für die Industrie sinnvoll, auf reale Daten zurückgreifen zu können. Die Experten der SGS erwarten, dass sich die Kraftstoffe weiter verbessern, sich also auch in den Entwicklungsländern der Schwefelgehalt weiter reduzieren wird. Darüber hinaus steigt die Bedeutung von alternativen Kraftstoffen, beispielsweise HVO (Hytrotreaded vagitable oil) und GTL (Gas to Liquid) für Diesel. Bei Ottokraftstoffen nimmt der Anteil an ethanolhaltigen Kraftstoffen zu.

Testergebnisse aus rund einer Million Kraftstoff-Analysen

Die SGS zählt zu den weltweit führenden Unternehmen für Inspektion, Verifizierung, Prüfung und Zertifizierung. Mit rund 90.000 Mitarbeitern betreibt es weltweit ein Netzwerk von mehr als 2.600 Büros und Labors auf der ganzen Welt. Die Qualitätsanalyse von Öl, Kraft- und Schmierstoffen erfolgt im Fuel Technology Center und Schmierstofflabor der SGS in Speyer. Basis für die „World Wide Fuel Study 2020“ sind jeweils rund 900 Benzin- und Dieselproben, die im Laufe des Jahres in der Sommer- und Wintersaison an zufällig ausgewählten Tankstellen aus insgesamt 150 Ländern von den Experten stichprobenartig genommen wurden. Aufgrund der regelmäßigen Analysen ist es dem Unternehmen gelungen, in den letzten Jahrzehnten eine Datenbank mit weltweiten Spezifikationen zur Kraftstoffqualität aufzubauen. Diese weist mittlerweile Testergebnisse aus rund einer Million Kraftstoff-Analysen auf. Außerdem liefert sie einen Überblick über relevante Aspekte für die Politik und Gesetzgebung sowie Marktinformationen der jeweiligen Länder und Regionen.

Die vollständige Studie enthält einen umfassenden Bericht mit zahlreichen Zusatzinformationen wie Einzeldaten, Grafiken, Statistiken, globalen Trendanalysen, Tabellen, Bildern und Kommentaren. Eine kostenlose Zusammenfassung kann per Mail an angefordert werden.