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TRANSBIO zeigt anlagenspezifische Geschäftsmodelle für Bioenergieanlagen im künftigen Energiesystem auf

In den vergangenen Jahren hat das BMEL Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bonn/Berlin, eine Reihe von Post-EEG-Forschungsvorhaben gefördert, um Perspektiven für Bioenergieanlagen nach Auslaufen ihrer 20-jährigen Förderung im Rahmen des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auszuloten. Darin wurden mögliche Optionen für zukunftsfähige Geschäftsmodelle untersucht. In dem vom BMEL geförderten Verbundvorhaben TRANSBIO (Transferarbeitsgruppe für Bioenergieanlagen im zukünftigen Energiesystem) werden die Ergebnisse gezielt gebündelt, um den Anlagenbetreibern konkrete Handlungsempfehlungen anzubieten.

Viele Betreiber von Biogasanlagen und Holzkraftwerken stehen vor der Frage, wie ein erfolgreicher Weiterbetrieb in den nächsten Jahren gesichert werden kann. Die Ergebnisse aus den diesbezüglichen Forschungsprojekten sind vielfältig und zeigen keine allgemeingültigen Lösungen für die sehr anlagenspezifischen Betriebskonzepte auf. Außerdem werden aktuelle rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Errichtung und Weiterentwicklung von Bioenergieanlagen immer anspruchsvoller.

Das im Mai 2021 gestartete Vorhaben TRANSBIO dient dazu, die zentralen Ergebnisse und Handlungsoptionen der Post-EEG-Projekte aufzubereiten, zu bündeln und an die jeweiligen Zielgruppen heranzutragen. Betreiber sollen in die Lage versetzt werden, mit dieser Hilfestellung Entscheidungen für die Zukunft ihrer Anlage zu treffen. Die Entwicklungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel des EEG 2021, des Klimaschutzgesetzes 2030, oder der nationalen Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II), werden dabei mit einbezogen, da sie großen Einfluss auf die Perspektiven von Bioenergieanlagen in Deutschland haben. Die Ergebnisse sollen durch eine Forschungsdaten-Plattform sowie einen multimedialen Informationstransfer in Verbindung mit zahlreichen Veranstaltungen zugänglich gemacht werden.

Zum Hintergrund

Die Entwicklung der Bioenergie wurde in den letzten zwei Jahrzehnten sehr stark durch das EEG geprägt, das Anlagenbetreibern eine feste Vergütung des eingespeisten Stroms für einen Zeitraum von 20 Jahren zusicherte. Seit dem Inkrafttreten im Jahr 2000 nahm der Bestand an Bioenergieanlagen kontinuierlich zu.

Seit der EEG-Novelle 2012 stagniert vor allem der Zubau von Biogas-Neuanlagen. Bestandsanlagen stellten durch Leistungszubau vermehrt auf eine bedarfsgerechte Strombereitstellung um. Da für viele Anlagen der erfolgreiche Weiterbetrieb für die Zeit nach der EEG-Förderung trotzdem fraglich blieb, initiierte das BMEL im Jahr 2016 den Förderaufruf „Strom aus Biomasse in zukünftigen Energiesystemen“, in dessen Rahmen eine Reihe von Forschungskonsortien Projekte zur Zukunft von Bioenergieanlagen bearbeiteten. Deren Ergebnisse sollen jetzt durch TRANSBIO aufbereitet werden.

In den kommenden Jahren steigt die Brisanz: Dann sind die hinsichtlich der Bestandsentwicklung starken Jahrgänge vom Auslaufen der EEG-Vergütung betroffen.

Projektdaten und -partner

Am Vorhaben TRANSBIO beteiligt sind die DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH, Leipzig, die IZES gGmbH Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Saarbrücken, der KTBL Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V., Darmstadt, sowie das IER Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart.

Informationen zu den weiteren vom BMEL geförderten Post-EEG-Projekten im Rahmen des Förderaufrufes „Strom aus Biomasse in zukünftigen Energiesystemen“ sind unter https://bioenergie.fnr.de/projekte-und-foerderung/post-eeg-projekte zu finden.