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Neues innovatives Bremsüberwachungssystem für Güterzüge

Die Siemens Mobility GmbH, München, und die VTG Rail Europe GmbH, Hamburg, haben einen Vertrag zur Erprobung des Bremsüberwachungssystems (Brake Monitoring System, BMS) für die automatisierte Prüfung der Bremsen von Güterzügen geschlossen, um die Einsatzfähigkeit des Systems nachzuweisen. Das BMS ermöglicht eine automatische Prüfung der Bremsen jedes Waggons eines Zuges. Aufgrund der zu erwartenden Effizienzgewinne für Frachtunternehmen ergibt sich europaweit ein großes Marktpotenzial.

Die Senkung der CO2-Emissionen steht weltweit ganz oben auf der Agenda. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele zu erreichen. Daher ist es zunehmend wichtig, den Schienengüterverkehr effizienter zu gestalten.

Das von der Siemens Mobility entwickelte Bremsüberwachungssystem ist für Anne Fischer, Head of Rail Automation Products der Siemens Mobility, ein wichtiger Schritt in Richtung eines stärker automatisierten und digitalisierten Schienengüterverkehrs. Weniger zeitaufwendige manuelle Prozesse, höhere Effizienz und garantierte Verfügbarkeit sind die wichtigsten Treiber, um einen nachhaltigen Schienenverkehr wettbewerbsfähiger zu machen.

Die Idee eines Bremsüberwachungssystems wurde bereits 2016 bei der VTG geboren und erste Entwicklungen begannen frühzeitig. Mit der Siemens Mobility hat die VTG einen strategischen Technologiepartner gefunden, mit dem das Unternehmen Innovationen vorantreiben und intelligente und visionäre Bahntechnologien entwickeln kann. Nach Aussage von Dr. Hanno Schell, Head of Technical Innovations der VTG, ist oberste Prämisse des Projekts, der Branche direkte Produktivitäts- und Effizienzgewinne zu ermöglichen. Mit der Einführung des BMS kann die Bahnnetzkapazität effizienter genutzt werden. Außerdem wird das Zugpersonal von einer geringeren Arbeitsbelastung profitieren und die Sicherheit wird insgesamt erhöht.

Im Rahmen der einjährigen Erprobungsphase werden einzelne Komponenten des Systems getestet und optimiert. Das erste von zwei Waggonsets wurde komplett mit dem BMS ausgerüstet und die Tests laufen seit November 2020. Das System stellt dem Zugpersonal Statusdaten bereit, die auf allen Seiten des Waggons sichtbar sind. Darüber hinaus wird der komplette Waggonstatus automatisch gemeldet und alle Waggon-Einstellungen auf einem Display in der Lokomotive angezeigt. Außerdem verbessert das BMS die Sicherheit insgesamt, da es bei der Inspektion durch den Wagenmeister und direkt vor der Abfahrt eine detaillierte Visualisierung von Fehleinstellungen, angezogenen Handbremsen oder anderen Problemen mit Waggonkomponenten ermöglicht. Die gewonnenen Daten tragen dazu bei, unerwartete Ausfälle zu verhindern. Sie senken die Wartungskosten und liefern frühzeitige Hinweise auf Verschleiß.

Das ursprüngliche BMS-Konzept wurde bereits Ende 2016 entwickelt. Nach einjährigen erfolgreichen Feldtests in ganz Europa und einigen Weiterentwicklungen des Systems bis 2019 sind die Ergebnisse der aktuellen gemeinsamen Erprobung ein wesentlicher Aspekt für die Entwicklung eines Serienprodukts durch die Siemens Mobility.