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„Global Methane Pledge“: Über 100 Staaten bekennen sich zum Ziel der Reduktion von Methanemissionen – Bekenntnis der Wintershall Dea

eot. Die Verbände der deutschen Energiewirtschaft der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V., Berlin, der BVEG Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V., Hannover, der DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V., Bonn, der FNB Gas, Fernleitungsnetzbetreiber Gas e. V., der VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V. sowie der Zukunft Gas e. V., alle Berlin, begrüßen, dass sich mehr als 100 Staaten im Zuge der Klimakonferenz in Glasgow auf Initiative der EU und den USA im „Global Methane Pledge“ zum ambitionierten kollektiven Ziel der Reduktion von Methanemissionen bekannt haben. Dies ist ein großer Schritt nach vorn, der eine wichtige Signalwirkung auch für die Staaten haben kann, die bislang noch nicht zu den Unterzeichnern gehören. Die Senkung des Methanausstoßes ist eine globale Herausforderung und wird nur gelingen, wenn die Mitglieder der Staatengemeinschaft an einem Strang ziehen. Auch wenn die flüchtigen Methanemissionen der Öl- und Gasindustrie in Europa lediglich 0,6 % der europaweiten Treibhausgas-Emissionen ausmachen, so ist und bleibt es erklärtes Ziel der Branche, den Ausstoß an klimaschädlichem Methan weiter zu senken.

Die deutsche Gaswirtschaft reduziert ihre Emissionen bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich und liefert damit eine Blaupause auch für andere Länder, die noch am Anfang ihrer Aktivitäten zur Reduktion von Methanemissionen stehen. Seit 1990 hat sie rund 40 % Methanemissionen vermieden. Dies ist in erster Linie auf die Modernisierung des Leitungsnetzes, strenge Vorgaben beim Leitungs- und Anlagenbau und auf verbesserte und transparente Mess- und Detektionsmethoden zurückzuführen. Zu den technischen Reduktionsverfahren zählen beispielsweise die konsequente Nutzung von mobilen Verdichtern sowie der Einsatz von Hubschraubern und Drohnen bei der Suche nach Leckagen im Netz. Die Initiative von Glasgow zeigt aus Sicht der Verbände, wie wichtig gemeinsame Ziele auf internationaler Ebene sind. Auch die deutsche Gaswirtschaft steht in der Verantwortung und wird sich auf dem Erreichten nicht ausruhen. Um den Methanausstoß entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Energieträgers Erdgas weiter zu senken, führt die Gaswirtschaft beispielsweise umfassende und systematische Messprogramme für Transport- und Verteilnetze sowie Anwendungen durch.

Die Verbände unterstützen die Ziele des European Green Deal zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Um die Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % netto bis 2030 zu ermöglichen, müssen im Zuge der angekündigten legislativen Maßnahmen der EU die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Bei allen geplanten Maßnahmen sind außerdem die Kriterien einer jederzeit sicheren Energieversorgung sowie die Bezahlbarkeit und die soziale Ausgewogenheit für die Verbraucher zu beachten.

Erneuerbare Gase sowie in der Transformationsphase Erdgas und dekarbonisierte Gase und die zugehörige Infrastruktur können einen entscheidenden Beitrag für die Dekarbonisierung aller Sektoren liefern. Das Vermeiden von Methanemissionen entlang der Gaslieferkette und in allen Sektoren ist ein Baustein auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Die deutsche Gaswirtschaft investiert seit Jahrzehnten kontinuierlich in Maßnahmen zur Reduktion von Methanemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – in gemeinsamen Initiativen sowie individuell durch konkrete Maßnahmen der Unternehmen.

CEO der Wintershall Dea begrüßt Global Methane Pledge

Zum Ende der Klimakonferenz äußerte sich Mario Mehren, Chief Executive Officer der Wintershall Dea GmbH, Kassel/Hamburg, zum Global Methane Pledge. Die Wintershall Dea begrüßt demnach ausdrücklich, dass das Thema Methanemissionen so weit oben auf der globalen Agenda steht. Das Erdgas- und Erdölunternehmen sorgt bereits jetzt dafür, Methanemissionen bei der Produktion von Gas und Öl so stark wie möglich zu reduzieren – bei eigenen Projekten und innerhalb der Branche. Ziel ist laut M. Mehren die größtmögliche Minimierung des Ausstoßes.

Bis 2025 soll bei der Wintershall Dea die Methanintensität der eigenoperierten Gasmengen bei maximal 0,1 % liegen – deutlich unter dem Industriedurchschnitt. Diesen Zielen will das Unternehmen gerecht werden und gleichzeitig seinen Beitrag zur sicheren Energieversorgung von Industrie und Verbrauchern leisten. Klimaschonendes Gas wird für das schnelle und bezahlbare Gelingen der Energiewende benötigt: In der Stromerzeugung beim Wechsel von Kohle zu Gas oder auch für den schnellen Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes.

So engagiert sich die Wintershall Dea für minimale Methanemissionen

Die Wintershall Dea hat sich selbst im Rahmen ihrer Unternehmensstrategie ehrgeizige Ziele gesetzt, mit denen das Unternehmen dazu beitragen wird, die Energiewende voranzubringen: Bis 2025 soll die Methanintensität auf unter 0,1 % gesenkt werden, also die Menge an Methanemissionen bezogen auf die Menge produzierten Erdgases. Als wichtigen Schritt sieht das Unternehmen die Reduktion von diffusen Methanemissionen in den eigenen Betriebsstätten an. Deshalb werden nach Angaben von M. Mehren umfassende „Leak Detection and Repair“-Programme an allen weltweiten Standorten durchgeführt – in Ägypten, Algerien, Argentinien, Deutschland, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen und Russland. Ein niedriger Carbon Footprint der Wertschöpfungskette ist – auch nach Überzeugung wichtiger wissenschaftlicher Stimmen – gut erreichbar. Außerdem soll weiter das routinemäßige Abfackeln von Begleitgas komplett vermieden werden und bis 2030 die Treibhausgasemissionen der Kategorien Scope 1 und 2 in allen eigenoperierten und nicht eigenoperierten Explorations- und Produktionsaktivitäten in Höhe des eigenen Anteils auf netto null reduziert werden.

Die Wintershall Dea ist Gründungsmitglied der „Methane Guiding Principles“. Unterzeichner dieser Initiative verpflichten sich nicht nur zur kontinuierlichen Reduktion von Methanemissionen auf Basis eines stetig verbesserten Reportings, sondern auch zur Einwirkung auf die gesamte Gaswertschöpfungskette sowie auf Politik und Regulierung. Nach Aussage von M. Mehren benötigt die Vermeidung von Methanemissionen Know-how. Dieses will sein Unternehmen weitergeben, daher veranstaltet es im Rahmen der Methane Guiding Principles für weitere Industrie-Stakeholder, aber auch für Interessierte aus dem politischen Bereich, sogenannte Master- beziehungsweise Executive Classes, bei denen für die Problematik und Relevanz sensibilisiert werden soll. Gerade für Länder, in denen diese Thematik aufgrund vermeintlich drängenderer tagesaktueller Probleme nicht genügend berücksichtigt wird, ist der Wintershall Dea diese Sensibilisierung sehr wichtig.

Seit 2020 ist die Wintershall Dea Unterzeichner des neuen Oil and Gas Methane Partnership (OGMP) 2.0 Reporting Frameworks, einer Initiative der Koalition für Klima und saubere Luft (CCAC) unter der Leitung des UN-Umweltprogramms. Hier wird auf Basis eines ambitionierten Zeitplans das Berichtswesen und die Datenlage zu Methanemissonen auf eine neue Stufe gestellt – weg von rein „berechneten Werten“ hin zu messungsbasierten Werten direkt an den verschiedenen Emissionsquellen. Aus Sicht von M. Mehren hat die Wintershall Dea einen glaubwürdigen und ausführlichen Plan, um für alle ihre Assets, ob eigenoperiert oder nicht, bis 2026 den höchsten OGMP 2.0 Reporting-Standard zu erreichen. Für das Jahr 2021 wurde bereits der „gold standard” gemäß OGMP 2.0 erreicht.