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Fossile Energien

HGM Energy nimmt erste Testlieferung von GtL aus Katar in Empfang

Die Umweltbelastung durch den Dieselkraftstoff ist in den letzten Jahren Gegenstand der öffentlichen Debatte geworden. In einigen Städten sind bereits lokale Fahrverbote erteilt sowie private, gewerbliche und öffentliche Fahrzeuginhaber verunsichert worden. Dabei hat die Automobilindustrie, nach Aussage von Kevin Balke, Geschäftsführer der HGM Energy GmbH, Bremen, bisher nur wenig zur Lösung des Problems beigetragen, weshalb von vielen Seiten die Elektromobilität jetzt als Allheilmittel gesehen wird.

Für K. Balke wird der Transportsektor noch für lange Zeit, allein wegen der Energiedichte, auf fossile Kraftstoffe angewiesen sein. Auch hinsichtlich Technologiereife und Investitionssicherheit führt in den nächsten Jahren kein Weg am Verbrennungsmotor für Lkw und Busse vorbei.

Damit die Emissionen aber auch kurzfristig und mit bestehenden Fuhrparks gesenkt werden können gibt es Alternativen – eine heißt Diesel aus Erdgas oder GtL (Gas-to-Liquid). Wie die HGM Energy GmbH diesen Freitag bei einer Veranstaltung vor ausgewählten Gästen aus Wirtschaft, Politik und Presse bekannt gab, hat sich das Unternehmen seit einiger Zeit darum bemüht, diesen fortschrittlichen Kraftstoff mit sehr guten Umwelt- und Leistungscharakteristiken in die Angebotspalette aufzunehmen.

So konnten die Gastgeber die Ankunft der ersten GtL-Lieferung aus Katar in Aussicht stellen, die im Anschluss am Standort der HGM in der Windhukstraße in der Nacht zum Samstag gelöscht wurde.

6.000 t des Kraftstoffes wurden bei dieser ersten Testlieferung von der Oryx GTL, einem Joint Venture der Qatar Petroleum und der Sasol Middle East and India, an HGM geliefert. Der Kraftstoff soll dabei bevorzugt über den deutschen Mittelstand verteilt und dabei drei Fokusgruppen angeboten werden: Geschlossenen Fahrzeugflotten, beispielsweise an Flughäfen oder für öffentliche Busflotten; der Schifffahrt als Alternative für kleine Einheiten oder Schlepper zum Mariendiesel und als Beimischungskomponente zum Dieselkraftstoff für die Abgabe an der öffentlichen Tankstelle. So könnte ein eigener Premiumdiesel für den Tankstellenmittelstand etabliert werden. Zunächst wird der Premiumdiesel über die BMÖ Bremer Mineralölhandel GmbH, Bremen, angeboten.

Für Robert Howe, Geschäftsführer der bremenports GmbH & Co. KG, Bremerhaven, ist GtL ein zukunftsfähiger und interessanter Kraftstoff der Zukunft. Für ihn gehört er als Alternative genauso in das Portfolio seines Unternehmens, wie LNG. Wann sich bremenports für die Versorgung mit GtL entscheiden wird, steht noch nicht fest. Bei der ersten Lieferung hält sich die Hafen-Management Gesellschaft noch zurück und beobachtet beispielsweise die Preisentwicklung. Da dieses Produkt aber ausgezeichnet in die 2009 vom Unternehmen aufgestellte Nachhaltigkeitsinitiative greenports passt, ist eine langfristige Beteiligung in Zukunft, nach Aussage von R. Howe, obligatorisch.

Auch für die Partner aus Katar ist das Projekt ein Meilenstein. Die Produktionsstätte in der Ras Laffan Industrial City kann mittelfristig bis zu 24.000 b/d GtL produzieren. Nach Aussage von Dietmar Huber, Chief Business Excellence Officer der Oryx GtL, soll davon künftig rund die Hälfte über den europäischen Markt abgesetzt werden. Die Produktionsanlagen werden über das Feld Katar Nord mit Gas versorgt und produzieren neben GtL außerdem rund 9.000 b/d Naphta und 1.000 b/d LPG.