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Fossile Energien

Raffinerien sind zwingend auf Mindestmengen an Erdgas angewiesen

Der en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e. V., Berlin, weist nachdrücklich auf die Verantwortung der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, Bonn, hin, mit der notwendigen Mindest-Gasversorgung der Raffinerien im Fall einer Notlage die Mobilität, Logistik und Wärmebereitstellung in Deutschland aufrechtzuerhalten.

Die meisten Raffinerien in Deutschland können nicht komplett ohne Erdgas betrieben werden. Darauf verweist en2x-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen angesichts der aktuellen Diskussion zur Frage, an wen knappe Erdgasmengen künftig bevorzugt gehen sollten. Wo Erdgas in Raffinerien ersetzt werden kann, wurde es laut C. Küchen bereits ersetzt oder wird es kurzfristig passieren, wenn die entsprechenden Genehmigungen der Behörden erteilt werden. Allerdings gibt es einen Mindestbedarf, der nicht unterschritten werden kann.

Erdgas wird in Raffinerien unter anderem für die Herstellung von Wasserstoff benötigt, der für die Produktion von schwefelarmem Dieselkraftstoff und Heizöl unverzichtbar ist. Auch wird es in einigen Raffinerien für den Betrieb von Prozessöfen gebraucht.

Komplettverzicht hätte Abschaltung zur Folge

In den vergangenen Jahren lag der Anteil der Raffinerien am Erdgas-Gesamtverbrauch in Deutschland bei rund 3 %. Insbesondere durch Ausweichen auf andere Energieträger wie Flüssiggas und Heizöl konnte der Erdgasverbrauch in den Raffinerien seit Beginn der Krise bereits halbiert werden. Wenn die Unternehmen, wie in der vergangenen Woche vom Gesetzgeber beschlossen, von den Behörden die notwendigen Ausnahmegenehmigungen erhalten, können noch einmal weitere 0,4 % des durchschnittlichen deutschen Erdgasbedarfs eingespart werden. Der Raffinerieanteil wäre dann auf einen Restbedarf von rund 1 % des durchschnittlichen deutschen Erdgasbedarfs minimiert.

Ein staatlich verordneter Komplettverzicht auf Erdgas würde jedoch die Abschaltung von Raffinerien zur Folge haben. Das würde aus Sicht von C. Küchen das Energieproblem massiv vergrößern, da Mineralölprodukte rund ein Drittel zur deutschen Energieversorgung beitragen. Daher setzt sich der Verband bei Bundesregierung und der Bundesnetzagentur intensiv dafür ein, dass die Raffinerien bei fortgesetzter Gasmangellage mit hoher Priorität berücksichtigt werden. Nur so lassen sich Mobilität, Wärmeversorgung und wesentliche Teile der Industrieproduktion aufrechterhalten.

Mit der in Raffinerien eingesetzten Gasmenge wird die einhundertfache Energiemenge an Mineralölprodukten erzeugt. Diesen Hebel für eine sichere Energieversorgung darf die Bundesregierung auf keinen Fall gefährden.