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Uniper baut erstes LNG-Terminal Deutschlands – Ziel ist Diversifizierung der Erdgasbezugsquellen

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wilhelmshaven sind vergangene Woche gleich mehrere für die deutsche Energiezukunft wichtige Neuigkeiten angekündigt worden: So setzten Bundesminister Robert Habeck und die niedersächsischen Minister Olaf Lies und Bernd Althusmann den „ersten Rammschlag“ für den Bau des ersten Terminals für Verflüssigtes Erdgas (LNG) in Deutschland. Die Uniper SE, Düsseldorf, wird als Errichter und Betreiber des Terminals rund 65 Mio. Euro investieren.

Außerdem wurde in einem symbolischen Akt und in Anwesenheit aller Vertragspartner, eine Absichtserklärung (Letter of Intent, kurz LOI) zum Chartern zweier schwimmender Speicher- und Verdampfungseinheiten (Floating Storage and Regasification Unit, kurz: FSRU) durch die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. Die Uniper hatte beide FSRU für die Bundesregierung am Markt optioniert.

Darüber hinaus wurde eine Vereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen über den Ausbau Wilhelmshavens zu einer „grünen“ Energiedrehscheibe für Deutschland unterzeichnet. Dieses Vorhaben unterstützt die Uniper mit ihren Projekten vor Ort – kurzfristig in Form des LNG-Terminals, mittel- und langfristig in Form des Projektes Green Wilhelmshaven.

Phase 1 bis Winter 2022/2023

Phase 1 des LNG-Terminalmodells sieht die Regasifizierung von LNG über ein FSRU vor, das an die bestehende „Umschlagsanlage Voslapper Groden“ (UVG) angeschlossen werden kann. Dort wird das LNG in gasförmiges Erdgas umgewandelt. Das Gas wird dann in das deutsche Erdgasleitungsnetz eingespeist.

Für diese Projektphase muss die bestehende UVG angepasst und eine Verbindung zwischen der FSRU und den Anlagen an Land hergestellt werden (sog. Ship-to-Shore-Interface). Die Anpassung des UVGs wird von Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) in enger Zusammenarbeit mit Uniper durchgeführt.

Die Anbindung an das 28 km entfernte Erdgasleitungsnetz und damit auch an den Erdgasspeicher Etzel wird derzeit von der Open Grid Europe GmbH (OGE) realisiert und soll so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Mit einer Kapazität von bis zu 7,5 Mrd. cbm pro Jahr sollen künftig rund 8,5 % des deutschen Erdgasbedarfs in Wilhelmshaven angelandet werden.

Phase 2 bis 2025

In einem zweiten Projektschritt soll parallel zur bestehenden UVG eine dauerhafte und erweiterte Hafenlösung für die FSRU realisiert werden. Dabei ist geplant, zusätzliche Entlade- und Umschlagsmöglichkeiten für „grüne“ Gase, beispielsweise Ammoniak, zu schaffen, um das gesamte Potenzial dieses neuen Infrastrukturprojekts in Wilhelmshaven („Green Wilhelmshaven“) nutzen zu können. Das „grüne“ Ammoniak wird entweder über die Schiene direkt abtransportiert oder über sogenannte Cracker vor Ort in Wasserstoff zurückverwandelt. Die Hafeninfrastruktur von NPorts sowie das Uniper-eigene Gelände ermöglichen die gemeinsame Errichtung und den Betrieb des LNG- wie auch des Ammoniak-Terminals.

Nach Meinung von Klaus-Dieter Maubach, Chief Executive Officer der Uniper, hat der Krieg Russlands gegen die Ukraine die Welt in der wir leben auf den Kopf gestellt – das gilt insbesondere für die Energiewirtschaft. Die Uniper unterstützt die Bundesregierung nach Kräften bei dem Vorhaben, Deutschlands Bezugsquellen für Erdgas, perspektivisch aber auch für Wasserstoff, zu diversifizieren. Mit dem LNG-Terminal macht das Unternehmen – im Schulterschluss mit der Bundesregierung – einen wichtigen Schritt in Richtung der angestrebten energiewirtschaftlichen Unabhängigkeit. Dabei setzt es auf seine Expertise als globaler LNG-Akteur und Gashändler. Mittel- und langfristig entwickelt die Uniper Wilhelmshaven zur Energiedrehscheibe der Zukunft, mit Fokus auf Wasserstoff und „grüne“ Gase.