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Fossile Energien

USA geben Rohöl aus strategischer Erdölreserve frei

Am 23. November dieses Jahres kündigte US-Präsident Joe Biden die Freigabe von 50 Mio. Barrel Rohöl aus der strategischen Erdölreserve (strategic petroleum reserve, SPR) der USA an.

Dazu äußerte sich die Vizepräsidentin der Wood Mackenzie Ltd., Edinburgh, Ann-Louise Hittle. Nach ihren Informationen sind 32 Mio. Barrel von der Freigabe ein Darlehen für die Lieferung bis Ende April nächsten Jahres. Die anderen 18 Mio. Barrel sind ein Direktverkauf und eine Fortsetzung dessen, was bereits angestoßen wurde – Verkäufe aus der SPR, die in einem früheren Haushaltsgesetz vorgesehen waren.

Es ist noch nicht klar, wann oder wie China, Südkorea und Japan Rohöl freigeben werden, während die SPR-Mengen des Vereinigten Königreichs und Indiens mit 1,5 Mio. Barrel beziehungsweise 5 Mio. Barrel gering sind und der Zeitplan noch nicht geklärt ist.

Das Fehlen konkreter Pläne und eines zeitnahen Timings schwächt laut A.-L. Hittle den Abwärtsdruck auf die Preise und kann dazu führen, dass die Preise steigen, weil dies als Enttäuschung gegenüber den Erwartungen angesehen wird. Die Nachricht von der SPR-Freigabe wurde bereits seit mehreren Wochen diskutiert und war bereits eingepreist.

Brent-Nordsee-Rohöl wurde mit rund 79 $/bbl gehandelt. Am 23. November 2021 lag der Abrechnungspreis für Brent-Nordsee-Rohöl zum Ende des Tages bei 82,31 Dollar und damit 2,61 Dollar über dem Schlusskurs vom Vortag (Montag).

Als einen weiteren Grund für den Preisanstieg am 23. November dieses Jahres nennt A.-L. Hittle die Ungewissheit darüber, ob die OPEC+ als Reaktion auf die SPR-Ankündigung ihre Produktion nicht weiter erhöhen würde.

Der Großteil der US-SPR besteht aus mittel-saurem Rohöl. Die Wood Mackenzie erwartet, dass die 50 Mio. Barrel, die von den USA auf den Markt gebracht werden, sich nur geringfügig auf die süß-saure Spanne auf dem US-Golfküstenmarkt (USGC) auswirken werden.

Nach einem abschließenden Kommentar von A.-L. Hittle hat die Wood Mackenzie in den letzten Monaten bereits eine leichte Ausweitung der süß-sauren Spreads beobachtet, die auf die gestiegenen Verarbeitungskosten für saure Rohöle im Zusammenhang mit den steigenden Erdgaspreisen zurückzuführen sind. Diese sind aber immer noch kapper als Anfang 2020, da die OPEC+ erhebliche Mengen an saurem Rohöl vom Markt genommen hat. Das globale Forschungs- und Beratungsunternehmen geht davon aus, dass die zunehmende Verfügbarkeit von saurem Rohöl auf dem USGC-Markt zu einer weiteren Ausweitung der süß-sauren Spreads führen wird, wobei das Ausmaß von der Geschwindigkeit der Freigabe auf dem Markt abhängt.