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Fossile Energien

VDKi: Alexander Bethe folgt auf Dr. Wolfgang Cieslik als neuer Vorsitzender

Der VDKi Verein der Kohlenimporteure e. V., Berlin, hat einen neuen Vorsitzenden. Alexander Bethe, Appointee des japanischen Energiehandelshauses JERA Global Markets Pte. Ltd., Singapur, hat das Amt des langjährigen Vorsitzenden Dr. Wolfgang Cieslik übernommen, der seinen Ruhestand angetreten ist. Er wurde auf der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Auch Geschäftsführer Franz-Josef Wodopia geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Manfred Müller.

Coronabedingter Rückgang im Handel
Nach vorläufigen Berechnungen des VDKi ist die globale Steinkohleförderung 2020 um 3 % auf 7 Mrd. t zurückgegangen. Während die Produktion in China um 100 Mio. t oder 2,7 % zunahm und sie sich auch in Indien um rund 20 Mio. t erhöhte (+ 2,8 %), nahm die Produktion in allen anderen Ländern mehr oder weniger stark ab. Dies trifft insbesondere für die am Weltsteinkohlenhandel beteiligten Länder zu, die unter dem Corona-bedingten Wirtschaftseinbruch zu leiden hatten. Der Welthandel mit Steinkohle im Seeverkehr ging 2020 Corona-bedingt um 10,9 % zurück. Besonders hart getroffen hat es Kolumbien (- 33 %) und die USA (- 29 %), die unter dem Nachfragerückgang auf dem atlantischen Markt zu leiden hatten. Die südostasiatischen Volkswirtschaften erholten sich vergleichsweise schnell von der Corona-Krise. Die Exportrückgänge waren deshalb für Südafrika (- 2 %) und Australien (- 6 %) geringer, weil sie zunehmend diesen Markt bedienen. Die kanadischen Ausfuhren – hauptsächlich Kokskohle - legten sogar leicht zu (+ 3 %).

Die deutschen Steinkohleneinfuhren sind 2020 um 24 % oder 10,4 Mio. t deutlich gesunken. Die Einfuhren von Kokskohlen gingen um 11 % zurück, die Einfuhren von Kesselkohlen um 29 %. Die Stromerzeugung aus Steinkohle ging um 26 % zurück. Ursächlich dafür ist vor allem die Corona-Krise in Verbindung mit dem priorisierten Netzzugang der erneuerbaren Energieträger und dem intensiven Wettbewerb mit Gaskraftwerken. Gegenüber 2015 ging die Stromerzeugung aus Steinkohle auf rund 33 % zurück. Das heißt aber auch, dass dieses Drittel aktuell am Markt noch gebraucht wird.

Die erste Stilllegungsausschreibung im Rahmen der Beendigung der Kohleverstromung offenbart, dass das Design des Kohleausstiegs nicht zielgenau ist. Nicht die ältesten, sondern überraschenderweise die jüngsten, modernsten und größten Steinkohlenkraftwerke gehen zuerst. Die gesicherte Leistung wird in Deutschland bald knapp werden. Steinkohlenkraftwerke sind flexibel und könnten Erneuerbare passgenau unterstützen.