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Deutliche CO2-Emmissions-Reduktion beim Heizöl seit 1990

Wie die Avenergy Suisse, Zürich, Anfang Januar 2020 berichtet, zeigen die vor kurzem veröffentlichten Erhebungen für das Gesamtjahr 2018 bei den Brennstoffen eine weitere Abnahme der CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr von 2,2 %. Gegenüber 1990 liegen sie insgesamt um 28,1 % niedriger. Bei einer detaillierteren Betrachtung kann festgestellt werden, dass der CO2-Ausstoß beim Heizöl gegenüber 1990 sogar um 49,1 % abgenommen und beim Gas um 71,9 % zugenommen hat. Für die starke Abnahme beim Heizöl sind verschiedene Gründe ausschlaggebend.

Absatzrückgang
Zuerst ist der gesunkene Heizölabsatz zu nennen. Dieser ist seit 1990 um 60,5 % von rund 5,96 Mio. t auf rund 2,35 Mio. t im Jahr 2018 rückläufig. Dieser Rückgang ist besonders bemerkenswert, da bis zum Jahr 2010 die Zahl ölbeheizter Gebäude gemäß dem Bundesamt für Statistik, Neuenburg, noch zugenommen hat.

Verbesserte Effizienz der Ölheizungen
Um 1990 kamen die ersten Ölbrennwertgeräte auf den Markt. Diese Heizsysteme nutzen neben der reinen Verbrennungswärme auch die Wasserdampfenergie, indem die Verbrennungsluft in einem Wärmetauscher soweit abgekühlt wird, dass der Wasserdampf in den Abgasen kondensiert. So wurde die Effizienz der Ölheizungen deutlich verbessert. Gegenüber den Hochtemperaturgeräten aus den Anfängen der Ölheizung sparen die heutigen Anlagen bis zu 30 % Heizöl ein.

Verschiedenste Kombinationslösungen
Die Ölheizung kann mit den zahlreichen erneuerbaren Systemen gut kombiniert werden. Dies sind beispielsweise Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung oder der Wärmepumpenboiler. Diese Kombinationslösungen reduzieren den Ölverbrauch um rund 10 %. Weiter ist die Ölheizung mit Holz- oder Wärmepumpenheizungen kombinierbar. Am häufigsten wird die Hybridlösung von Ölheizung und Luftwärmepumpe eingesetzt. In dieser Lösung hängt es von der Leistungsstärke der Luftwärmepumpe ab, wie viel Öl gespart wird. Problemlos kann so der Heizölverbrauch um 50 % reduziert werden. Der Effekt der Kombinationslösungen ist folglich nicht zu unterschätzen.

Gebäudeisolation
Neben dem Ersatz einer alten Anlage mit einer neuen Ölbrennwertheizung dürfte die Isolation der Gebäude den stärksten Einfluss auf die Abnahme des Ölabsatzes gehabt haben. Bei einer umfassenden Sanierung des Gebäudes kann die Energieeinsparung durchaus mit 50 % zu Buche schlagen. Dies umfasst dann die Isolation der Fassade und des Dachs sowie den Ersatz der alten Fenster. Diese Investitionen sind aber nicht für jedermann erschwinglich.

Wechsel zu anderen Energieträgern
Ab 2010 nahm die Zahl der ölbeheizten Gebäude ab. Dies deutet darauf hin, dass ab diesem Zeitpunkt ein verstärkter Wechsel weg von Ölheizungen zu anderen Energieträgern begonnen hat. Die Abnahme war vorerst nicht besonders deutlich festzustellen, hat sich aber jetzt mit den Diskussionen rund um die MuKEn Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich 2014 beschleunigt.