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Grünes Licht für das Northern-Lights-Projekt als Komponente des Projekts „Longship“

Nach einer historischen Abstimmung im Parlament hat die norwegische Regierung Im Dezember 2020 ihre Entscheidung zur Finanzierung des Northern-Lights-Projekts zum Transport und zur Speicherung von CO2 bekanntgegeben. Projektpartner sind die Equinor ASA, Stavanger, die Royal Dutch Shell, Den Haag, und die Total SE, Paris.

Mit dieser Investitionsentscheidung unterstreicht die norwegische Regierung ihre umfassende Unterstützung der Entwicklung einer Wertschöpfungskette zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS). Diese Wertschöpfungskette wird essenziell zum Erreichen des europäischen Ziels der Klimaneutralität beitragen.

Northern Lights ist das erste Projekt seiner Art: Eine frei zugängliche Infrastruktur, die den CO2-Transport von Industrieanlagen zu einem Terminal nach Øygarden, an der norwegischen Westküste, zur Zwischenspeicherung ermöglicht. Anschließend wird das CO2 per Pipeline zur dauerhaften Lagerung in einem Reservoir 2.600 m unter dem Meeresboden transportiert.

Das Projekt ist die Transport- und Speicherkomponente von „Longship“, dem Projekt der norwegischen Regierung von der Abscheidung von Industrieanlagen bis zur dauerhaften Speicherung von CO2. Nach Aussage der norwegischen Ministerin für Erdöl und Energie, Tina Bru, ist CCS von großer Bedeutung, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. „Longship“ ist das bisher größte Klimaprojekt der norwegischen Industrie und wird wesentlich zur Entwicklung von CCS als effizienter Maßnahme zur Emissionsminderung beitragen. Der stufenweise Ansatz in Zusammenarbeit mit der Industrie hat bestätigt, dass das Projekt machbar ist.

Northern Lights ist aus Sicht von Anders Opedal, Chief Executive Officer der Equinor, ein echtes Pionierprojekt und das erste seiner Art, das eine Lösung zur Reduzierung von Emissionen aus industriellen Quellen in Norwegen und Europa bietet. Die Realisierung dieses Projekts kann beginnen. Es ist ein wichtiger Teil der norwegischen Antwort auf die Klimakrise.

Die Initiative und Unterstützung der norwegischen Regierung für das weltweit erste Open-Source CO2-Transport- und -Speicherprojekt zeigt nach Meinung von Ben van Beurden, CEO der Shell, echte Vision und Engagement. Northern Lights soll eine Dienstleistung für industrielle Emittenten zum Umgang mit unvermeidbaren Emissionen bieten. Dies ist der entscheidende Faktor, um echte Fortschritte bei der Bekämpfung des Klimawandels zu erzielen.

Für Patrick Pouyanné, Chairman und CEO der Total, ist die Entwicklung einer Wertschöpfungskette zur Abscheidung und Einlagerung von CO2 für die Dekarbonisierung der europäischen Industrien unerlässlich. Die Total ist ein langjähriger Partner von Norwegen, einem Vorreiterland mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Bereich CCS. Dies ist der Schlüssel, um CO2-Neutralität in Europa zu zielen und somit Teil des Klimaziels, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die Equinor, die Shell und die Total haben im Mai 2020 eine vorläufige Investitionsentscheidung für das CO2-Transport- und Speicherprojekt Northern Lights getroffen. Die Projektpartner sind jetzt dabei, ein Joint Venture zu gründen (vorbehaltlich der Fusionsgenehmigung), das für alle Projektaktivitäten, einschließlich Projekt- und Geschäftsentwicklung, zuständig sein wird.

Das Northern-Lights-Projekt umfasst die Entwicklung und den Betrieb von CO2-Transport- und Speicheranlagen, die auch für Dritte offen sind. Es wird das erste grenzüberschreitende, Open-Source CO2-Transport- und Speicherinfrastrukturnetzwerk sein und bietet der europäischen Industrie die Möglichkeit, CO2 sicher und dauerhaft unter dem Meeresboden zu speichern. Phase eins des Projekts wird Mitte 2024 mit einer Kapazität von bis zu 1,5 Mio. t CO2/a abgeschlossen sein.

Wichtige Fakten zum Northern-Lights-Projekt

  • Das Northern-Lights-Projekt ist Teil des norwegischen CCS-Großprojekts „Langskip“ (Longship), das von der norwegischen Regierung unterstützt wird und wird zunächst die Abscheidung von CO2 aus norwegischen industriellen Quellen umfassen. Das Northern-Lights-Projekt beinhaltet den Transport, den Empfang und die dauerhafte Speicherung von CO2 in einem Reservoir 2.600 m unterhalb des Meeresbodens der nördlichen Nordsee.
  • Im Januar 2021 wird das norwegische Parlament ein Weißbuch zu „Longship“ abstimmen. Dann kann der Plan für die Entwicklung und den Betrieb des Projekts endgültig genehmigt werden.
  • Anfänglich umfasst Northern Lights Kapazitäten für den Transport, die Verpressung und Speicherung von bis zu 1,5 Mio. t CO2 pro Jahr. Sobald das CO2 an Land aufgefangen wurde, wird es mit neu entwickelten Schiffen transportiert, verpresst und unter dem Meeresboden der Nordsee dauerhaft gespeichert.
  • Die Anlagen sollen 2024 in Betrieb genommen werden.
  • Das CO2-Empfangsterminal wird sich auf dem Gelände des Industriegebiets Naturgassparken in der Gemeinde Øygarden in Westnorwegen befinden. 
  • Die Nutzungslizenz EL001 „Aurora“ wurde im Januar 2019 vergeben.
  • Im März 2020 wurde die Eos-Probebohrung zur Bestätigung der Reservoireigenschaften und der Speicherkapazität erfolgreich durchgeführt und abgeschlossen.
  • Es ist geplant, die Kapazität durch weitere Entwicklungsphasen und einen wachsenden Abnehmerkreis auf 5 Mio. t pro Jahr zu erhöhen.