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OMV und Mubadala schließen Borealis Transaktion

Die OMV AG, Wien, das internationale, integrierte Öl- und Gasunternehmen und die Mubadala Investment Company PJSC, Abu Dhabi, eine strategische Investmentgesellschaft haben Ende Oktober 2020 die Transaktion abgeschlossen, mit der die OMV von der Mubadala eine zusätzliche 39 %-Beteiligung an der Borealis AG, Wien, ein führendes, weltweit tätiges Chemieunternehmen, erwirbt.

Die Transaktion wurde gemäß der im März dieses Jahres angekündigten Vereinbarung im erwarteten Zeitplan und in Übereinstimmung mit allen regulatorischen Anforderungen abgeschlossen (siehe auch eot. 23/24, seite 12). Die OMV hält jetzt eine 75 %-Beteiligung und die Mubadala behält 25 % an der Borealis.

Die OMV hat Anspruch auf alle Dividenden in Bezug auf die zusätzlichen Aktien der Borealis, die nach dem 31. Dezember 2019 ausgeschüttet werden. Die OMV wird die Ergebnisse der Borealis in ihren Finanzberichten voll konsolidieren. Im Jahr 2019 erzielte die Borealis einen Gesamtumsatz von 9,8 Mrd. Euro und einen Nettogewinn von 872 Mio. Euro. Der operative Cashflow der Borealis – einschließlich der Dividenden aus dem Joint Venture Borouge – belief sich 2019 auf 1,5 Mrd. Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 erzielte die Borealis einen operativen Cashflow einschließlich der Dividenden von Borouge von 1,1 Mrd. Euro und lag damit 6 % über den ersten neun Monaten des Vorjahres, trotz des schwierigen Marktumfelds aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Nach Aussage von Musabbeh Al Kaabi, Chief Executive Officer von Petroleum & Petrochemicals der Mubadala, passt diese Transaktion gut zu der Unternehmens-Strategie als verantwortungsbewusster Investor. Er ist sehr zuversichtlich, dass diese Partnerschaft für alle drei Unternehmen einen Mehrwert schaffen wird. Sowohl die OMV als auch die Borealis stehen an der Spitze des Mubadala-Portfolios. Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem Vermögensverwaltungsmodell und der Verpflichtung des Unternehmens, mit gleichgesinnten Akteuren zusammenzuarbeiten.

Die Transaktion ist aus Sicht von Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der OMV, ein weiterer Meilenstein in die richtige Richtung. Damit wird ein integriertes und nachhaltiges Geschäftsmodell geschaffen, das die Wertschöpfungskette der OMV in Richtung höherwertiger chemischer Produkte und Recycling erweitert und den Konzern damit für eine kohlenstoffärmere Zukunft neu positioniert.

Der Kaufpreis der Transaktion beläuft sich auf 4,68 Mrd. Dollar. Basierend auf den Anpassungen beim Abschluss beläuft sich der Auszahlungsbetrag für die OMV, abzüglich der erworbenen Barmittel, auf 3,8 Mrd. Euro. Die Anpassungen beinhalten die Dividenden des ersten Quartals 2020, auf die die OMV aufgrund des erhöhten Aktienanteils Anspruch hat, Währungseffekte und die Cash-Position der Borealis beim Abschluss. Nach der erfolgreichen Emission von Senior und Hybrid Bonds in Höhe von 4,5 Mrd. Euro zahlte die OMV den gesamten Betrag bei Abschluss vollständig aus. Aufgrund der in den letzten Monaten identifizierten Synergien erhöht die OMV das Synergiepotenzial von 700 Mio. Euro auf mehr als 800 Mio. Euro. Darüber hinaus hat die OMV ihr Desinvestitionsprogramm, das bis Ende nächsten Jahres 2 Mrd. Euro realisieren wird, erfolgreich gestartet. Der Verkauf des 51 %-Anteils an der Gaslogistik-Tochter Gas Connect Austria GmbH, Wien, ist bereits unterzeichnet und wird für die OMV einen Entschuldungseffekt von 570 Mio. Euro haben.

Die Borealis beschäftigt aktuell mehr als 6.800 Mitarbeiter und ist in über 120 Ländern tätig. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen und Produkte für Kunden weltweit an, sowohl direkt als auch in Zusammenarbeit mit der Borouge, einem Joint Venture mit der ADNOC Abu Dhabi National Oil Company, beide Abu Dhabi, und mit Baystar/Bayport Polymers LLC, Pasadena, einem Joint Venture mit der Total SE, Paris.

Die weltweite Nachfrage nach Monomeren und Polymeren wächst rasant. Der Erwerb einer Kontrollmehrheit an Borealis macht die OMV zu einem führenden Anbieter von Polyolefinen und Basischemikalien. Die gemeinsamen Produktionskapazitäten machen die OMV, nach eigenen Angaben, zum führenden Hersteller unter den Ethylen- und Propylenproduzenten in Europa und zu einem der Top 10 Polyolefinhersteller weltweit. Die Übernahme ist eine strategische Erweiterung der Wertschöpfungskette der OMV im Bereich der hochwertigen Chemikalien. Dies bietet eine natürliche Absicherung gegen die Zyklizität der einzelnen Wertschöpfungskettenschritte sowohl hinsichtlich der Volumina als auch der Markt-Spreads, wodurch das Risiko des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten verringert wird.

Außerdem werden die OMV und die Borealis gemeinsam ihr Know-how und ihre Aktivitäten in der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft ausbauen. Die Aktivitäten der Borealis im Kunststoff-Recycling durch ihre Tochtergesellschaften EcoPlast Kunststoffrecycling Ges.m.b.H, Wildon, und die mtm plastics GmbH, Niedergebra, das Projekt STOP (Meeresabfälle) und die Initiative Design For Recycling (DFR) sind eine perfekte Ergänzung zur ReOil-Technologie der OMV für das chemische Recycling von Post-Consumer-Kunststoffen. Die proprietäre ReOil-Technologie wandelt schwer zu recycelnde Kunststoffabfälle in hochwertige Rohstoffe für Raffinerien um und ersetzt damit Erdöl.