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VERBIO und IndianOil unterzeichnen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit beim Bau weiterer Stroh-Biomethan-Anlagen in Indien

Die VERBIO Vereinigte Bioenergie AG, Zörbig, treibt die Expansion ihrer Biomethanproduktion in Indien voran: Der Bioenergieproduzent hat eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit dem führenden indischen Energiekonzern IndianOil Corporation Ltd., Mumbai, unterschrieben. Ziel ist, die Gründung eines Joint Ventures zu prüfen, um die patentierte Technologie und die langjährige Erfahrung der VERBIO bei der Errichtung und dem Betrieb von Bioraffinerien für die Produktion von Biomethan aus Stroh sowie dessen Vermarktung über das IndianOil-Netzwerk effektiv zu kombinieren. Die Absichtserklärung wurde am 30. Juli 2021 unterzeichnet und legt die Basis für den Aufbau weiterer Stroh-Biomethan-Anlagen durch die VERBIO in Indien.

Eine Win-win-Situation für den indischen Markt

Die Absichtserklärung ist für Prof. Dr. Oliver Lüdtke, Vorstand Bioethanol/Biomethan der VERBIO, die nächste Stufe des Engagements in Indien. Er ist davon überzeugt, dass die VERBIO mit ihrer Technologie Indien eine Lösung für mehr Klimaschutz, lokale Wertschöpfung und eine größere Unabhängigkeit von teuren Energieimporten bietet. Die engere Zusammenarbeit beider Unternehmen bündelt das Know-how der VERBIO bei der Herstellung von Bio-CNG mit der Vertriebserfahrung und der großflächigen Marktabdeckung der IndianOil. Für den indischen Markt ist das nach Auffassung von O. Lüdtke eine absolute Win-win-Situation.

Im nächsten Schritt evaluieren die beiden Unternehmen mögliche neue Standorte und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit weiterer Bioraffinerien in Indien. Dabei soll der Grundstein für ein indisches Joint Venture gelegt werden.

Biomethan aus Stroh: Riesiges Rohstoffpotenzial, hohe Akzeptanz in der Bevölkerung

Sowohl die VERBIO als auch die IndianOil sind überzeugt von dem großen Skalierungspotenzial der Biomethanproduktion in Indien. Die Rahmenbedingungen für die VERBIO-Technologie könnten laut Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der VERBIO, nicht besser sein. Überschüssiges Stroh ist in Indien in sehr großen Mengen verfügbar. Dabei geht es um mehr als 300 Mio. t/a.

Außerdem sind in Indien mehr als 3,5 Mio. Fahrzeuge mit CNG-Antrieb zugelassen – das ist die Hälfte des gesamten Fahrzeugbestands. CNG beziehungsweise Bio-CNG als Kraftstoff wird bei der Bevölkerung aufgrund seines deutlichen Preisvorteils gegenüber Diesel und Benzin geschätzt. Die indische Regierung hat das Potenzial zur Dekarbonisierung des Verkehrs erkannt.

Die VERBIO nimmt erste Bioraffinerie in Indien in Betrieb

Bereits 2016 hat die VERBIO eine Tochtergesellschaft in Indien gegründet, um ihre an den brandenburgischen Standorten Schwedt und Pinnow entwickelte Stroh-Biomethan-Technologie auf die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und den Bau einer ersten Bioraffinerie in Indien vorzubereiten. Neben der Installation der Anlage wurde die Stroherfassung mit den Landwirten organisiert und der Vertrieb des Biomethans über die IndianOil aufgebaut. Dies war der Startpunkt der Zusammenarbeit.

In wenigen Wochen geht die erste VERBIO-Bioraffinerie mit einer Leistung von 20 MW und einer Kapazität zur Verarbeitung von 100.000 t Stroh pro Jahr im nordindischen Chandigarh in der Provinz Punjab in Betrieb. Das VERBIO-Team um Geschäftsführer Ashish Kumar arbeitet bereits am Hochfahren der Produktion und der Einrichtung der Logistik für die Bio-CNG-Vermarktung.

Das Abfackeln des Strohs auf den Feldern verhindern

Indien hat ein großes Problem mit Umwelt- und Luftverschmutzung. Nirgends auf der Welt ist die Luftqualität schlechter als in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Weltweit sterben nach Angaben der VERBIO dort die meisten Menschen an chronischen Atemwegserkrankungen. Ein Grund für den gesundheitsschädlichen Smog ist die landwirtschaftliche Praxis des Abbrennens von Stroh auf den Feldern. Die indischen Bauern fahren zwei Ernten im Jahr ein – im April die Weizenernte und im Oktober die Reisernte. In der Zwischenzeit müssen die Felder neu bestellt und das Saatgut ausgebracht werden. Die Zeit ist knapp – das Verbrennen der Strohabfälle ist bisher der schnellste und billigste Weg, um die überschüssige Biomasse zu beseitigen. Die Regierung hat das Abfackeln zwar offiziell längst verboten, doch das Problem löst sich nicht von selbst.

Die VERBIO bietet mit ihrer Technologie erstmals eine praktikable Lösung, um das Abfackeln der Felder zu beenden, indem die überschüssige Biomasse für die Produktion eines hochwertigen Energieträgers und klimafreundlichen Kraftstoffs verwendet wird. Das Abbrennen des Reststrohs nach der Ernte verhindert auch die natürliche Humusbildung, der Boden verliert an Fruchtbarkeit. Bei der Biomethan-Herstellung entsteht als Gärrest zusätzlich hochwertiger Humusdünger, der in die Landwirtschaft zurückgeführt wird und dazu beiträgt, die Bodenqualität nachhaltig zu verbessern.