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Digitalisierung in der Öl- und Gasindustrie – Ölnachfrage wird bis 2040 weiter steigen

Die Digitalisierung ist weltweit ein viel diskutiertes Thema. Auch in der Öl- und Gasindustrie ist sie zu einem wichtigen Faktor geworden. Immerhin dreht sich nach Angaben des FVMI Fachverband der Mineralölindustrie, Wirtschaftskammer Österreich, Wien, heute nahezu alles um Daten – sowohl bei der Erhebung als auch bei der Auswertung. Besonders bei letzterer wird vor allem künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielen.

Die Digitalisierung ist längst ein Teil unseres Alltags: 2017 waren weltweit 8,4 Mrd. Geräte miteinander vernetzt, 31 % mehr als noch 2016 – und bis 2020 sollen es über 20 Mrd. sein. Dann wird jeder von uns im Durchschnitt alle 18 Sekunden mit einem ans Internet angeschlossen Gerät interagieren.

Auch das upstream-Business im Erdölbereich wird durch die digitale Welt verändert – ein Fakt, dessen sich die Branche nur allzu bewusst ist. Laut einer Umfrage von Accenture planen 62 % der Verantwortlichen in den kommenden Jahren deutlich mehr in digitale Technologien zu investieren. Lagerstätten-Modellierung oder Bohr- und Produktionsdatenmanagement sind nur eini-ge der Bereiche, in denen vernetzte Technologie ein besonders großes Potential bietet.

Ein weiterer Begriff, der immer wieder gerne im Zusammenhang mit Digitalisierung fällt, ist künstliche Intelligenz. Sie wird in Zukunft in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnen. So können Bohraktivitäten noch verlässlicher überwacht und die Daten für alle Beteiligten visuell besser dargestellt werden.

Ölnachfrage wird bis 2040 weiter steigen – Die in Europa vorangetriebene Energiewende hat bisher nur wenig am Ölverbrauch geändert. Auch wenn sich die Verkaufszahlen von Elektroautos künftig nach oben entwickeln, wird der Verbrauch nicht schlagartig sinken – vor allem nicht global. Die Schwellenländer treiben die Ölnachfrage stark an.

Die IEA Internationale Energie-Agentur, Paris, geht davon aus, dass die globale Ölnachfrage bis zum Jahr 2040 von derzeit 98 Mio. b/d auf rund 119 Mio. b/d steigen wird. Für diese Entwicklung sind Länder wie China und Indien ausschlaggebend, in denen der Pro-Kopf-Verbrauch derzeit noch bei 1 b/a bis 2 b/a liegt und der Nachholbedarf besonders groß ist. Mit zunehmendem Wohlstand und einer breiter werdenden Mittelschicht wird trotz der höheren Effizienz neuer Motoren auch die Ölnachfrage stark steigen. In den USA liegt der Pro-Kopf-Verbrauch von Rohöl derzeit bei 25 b/a, Österreich und Deutschland liegen gleichauf mit 12 b/a. Die in Europa vorangetriebene Energiewende, die einen Ersatz fossiler durch erneuerbare Energieträger vorsieht, hat bisher nur wenig am Ölverbrauch geändert. Global gesehen, rechnet der Guinness Global Energy Fund, ein auf Energiewerte spezialisierter Fonds in Großbritannien, damit, dass Elektroautos bis 2025 die Weltölnachfrage um rund 1 Mio. b/d drücken werden. Bei rund 105 Mio. b/d Gesamtnachfrage zu diesem Zeitpunkt würde das kaum ins Gewicht fallen.