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Heizungsmodernisierung: Bund fördert das Abwarten

Die Bundesregierung will den Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Gas oder Öl reduzieren. Dafür ist der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien vorgesehen. Das Problem: Ein sofortiger Umstieg auf eine rein erneuerbare Wärmeversorgung ist technisch in sehr vielen Gebäuden nicht umsetzbar. Eine sinnvolle Lösung sind für Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., Hamburg, Hybridsysteme, die fossile und erneuerbare Wärmegewinnung koppeln. Gerade da sollen die Förderbedingungen jetzt verschlechtert werden. Dies betrifft speziell Hauseigentümer, die ihre Ölheizung mit erneuerbarer Energie kombinieren wollen.

Die Bundesregierung schreibt Hauseigentümern vor, ab 2026 neue Ölheizungen mit erneuerbaren Energien zu kombinieren. Damit verteuert sie allerdings auch die Modernisierung. Es wäre sinnvoll, Eigentümer bei der Installation von Hybridsystemen zu unterstützen. Eine attraktive Förderung würde wichtige Anreize setzen, schon vorzeitig aktiv zu werden. Wenn diese Förderung fehlt, bleiben den Menschen drei Optionen: Der ohne Fördermittel teure Einbau eines Hybridsystems, der auch mit Fördermitteln oft noch teurere Umstieg auf eine komplett neue, womöglich ungeeignete, Technologie oder die Reparatur der alten Heizanlage. Die meisten Eigentümer werden nach Meinung von A. Willig abwarten und die alte Heizung so lang wie möglich laufen lassen. Damit ist dem Klimaschutz nicht gedient.

Betroffen sind vor allem mehr als 3 Mio. ölbeheizte Gebäude in ländlichen Räumen, die keine Anschlussmöglichkeiten an Fernwärme- oder Gasnetze haben. Dort, wo die meisten Ölheizungen stehen, könnten ganze Landstriche abgehängt werden. Die geplante Fördermittelvergabe geht an den Bedürfnissen der Menschen dort und des Klimaschutzes insgesamt vorbei. Ebenfalls unberücksichtigt bleibt, dass Ölheizungen durch den künftigen Einsatz fortschrittlicher Biobrennstoffe oder synthetischer E-Fuels eine klimaneutrale Perspektive haben. Die Förderpolitik der Regierung muss technologieoffen gestaltet sein und darf Hybridheizungen mit Öl-Brennwerttechnik nicht ausschließen.