NEUIGKEITEN

aus der Branche!

Politik

IWO: Markthochlauf für alternative Kraftstoffe voranbringen - PtX-Atlas zeigt Potenziale auf

Alternative Fuels aus Power-to-X (PtX) und Power-to-Liquid (PtL) bieten die Möglichkeit, erneuerbare Energie aus Ländern einzuführen, in denen diese deutlich leichter als in Deutschland erzeugt werden können. Ihr Einsatz ist in bestimmten Bereichen unerlässlich für das Erreichen der Klimaziele. Umso wichtiger ist jetzt ein schneller Markthochlauf.

Das BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Berlin, diskutierte dazu vergangene Woche mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft auf der Veranstaltung „Klimaschutz im Luft- und Seeverkehr – den Einsatz von PtL-Kraftstoffen fördern“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der vom Fraunhofer IEE Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, Kassel, entwickelte PtX-Atlas vorgestellt.

Nach Meinung von Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO Institut für Wärme und Mobilität e. V., Hamburg, zeigt der neue PtX-Atlas, welche großen Potenziale sich erschließen lassen, wenn weltweit sonnen- beziehungsweise windreiche Regionen genutzt werden, um alternative Kraft- und Brennstoffe zu erzeugen. Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass ein globaler PtX-Markt zu einer internationalen Win-win-Situation führen würde. PtL-Kraftstoffe sind notwendig, um die Klimaziele in der Luftfahrt und im Schiffsverkehr zu erreichen. Doch ihr Einsatz sollte aus Sicht von A. Willig nicht von vornherein auf diese Bereiche beschränkt werden. Denn auch wenn der Anteil batteriebetriebener Autos immer weiter steigt, wird es im Jahr 2030 voraussichtlich allein in Deutschland noch einen Bestand von 35 Mio. Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geben. Daher werden auch alternative Kraftstoffe einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten müssen. Zugleich würde der Einsatz im Straßenverkehr stärker Skalierungseffekte herbeiführen, die die Kosten für alle Einsatzbereiche schneller senken. Umso wichtiger ist es daher, jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen für einen Markthochlauf zu schaffen. Dazu gehört unter anderem eine reformierte Energiesteuer, die erneuerbare Kraftstoffe nicht oder nur deutlich geringer gegenüber fossilen Kraftstoffen besteuert, zum Beispiel indem die fossilen CO2-Emissionen von Kraftstoffen zur Bemessungsgrundlage gemacht werden. Auch die EU-Flottenregulierung für Pkw und Nutzfahrzeuge muss eine Anrechenbarkeit von PtL-Kraftstoffen ermöglichen.