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MWV: Mehr Klimaschutz in Raffinerien ermöglichen

Um die Klimaziele im Verkehr bis 2030 zu erreichen, müssen Bundesregierung und Bundestag bei der bevorstehenden Umsetzung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU (RED II) in deutsches Recht nachbessern. Aus Sicht des Hauptgeschäftsführers des MWV Mineralölwirtschaftsverband e. V., Berlin, Christian Küchen, ist die Nutzung und Anerkennung sämtlicher erneuerbarer Rohstoffe im Raffinerieprozess dringend erforderlich. Bislang aber fehlt die Option, nachhaltig erzeugte Biomasse sowie recycelte Abfall- und Reststoffe statt Erdöl mitzuverarbeiten. Damit könnte umgehend mehr Klimaschutz in der Produktion von Kraftstoffen ermöglicht werden.

Im RED-II-Entwurf geht das federführende BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Berlin, mit einem Treibhausgas-Minderungsziel für 2030 von 22 % im Verkehr deutlich über die EU-Vorgabe von 14 % Anteil erneuerbarer Energien hinaus. Das ist für C. Küchen der richtige Weg zu mehr Klimaschutz. Für die Umsetzung des erhöhten Ziels müssen dann aber auch alle Technologieoptionen genutzt werden können. Dieses ist dem Entwurf zufolge noch nicht der Fall.

Bio-basierte Rohstoffe müssen in den Raffinerieprozess
Konkret ist bislang nur die Mitverarbeitung (Co-Processing) von Rohstoffen „nicht-biogenen Ursprungs“ in Raffinerien möglich, beispielsweise „grünem“ Wasserstoff oder synthetischem Rohöl. Nach Aussage von C. Küchen muss aber auch die Mitverarbeitung nachhaltig erzeugter biogener Komponenten rechtlich ermöglicht werden. Diese Option ist EU-kompatibel, vergleichsweise preiswert und technologisch sinnvoll. Bestehende, effiziente Großanlagen können dann genutzt werden, um eine Vielzahl an erneuerbaren und recycelten Einsatzstoffen weiterzuverarbeiten und zunehmend klimafreundliche Kraftstoffe in höchster Qualität für heutige und künftige Fahrzeuge zu produzieren.

In vielen Ländern der EU wird die Mitverarbeitung bio-basierter Rohstoffe im Raffinerieprozess bereits auf die Verpflichtungen der Kraftstoffanbieter angerechnet. Dort muss der deutsche Gesetzgeber dringend Wettbewerbsgleichheit herstellen. Denn aus einer an sich guten Treibhausgasminderungs-Verpflichtung darf durch fehlende Optionen kein Standortnachteil für die Raffinerien in Deutschland werden.