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Verbände fordern Kostenentlastung auch für Heizöl und Holzpellets

Im März 2023 soll, so der Vorschlag der Gaskommission, für Haushalte und Unternehmen eine Gas-Preisbremse für Entlastung sorgen. Der DEPV Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e. V., der en2x Wirtschaftsverband Fuels und Energie e. V. sowie der MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e. V., alle Berlin, fordern weitere Preisdeckel.

DEPV und en2x reagieren auf Gaspreisbremse

Verbraucher, die nicht leitungsgebundene Energieträger wie Heizöl oder Holzpellets zur Wärmegewinnung nutzen, dürfen in Deutschland gegenüber den von der staatlichen Preissenkung profitierenden Erdgas- und Fernwärmekunden nicht benachteiligt werden. Das fordern der en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie und der DEPV Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband. Beide Verbände reagieren damit auf aktuelle Vorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Gas und Wärme“.

Sollten diese Pläne umgesetzt werden, würden laut en2x-Hauptgeschäftsführer Adrian Willig für Haushalte, die sich durch Heizöl oder Holzpellets mit Wärme versorgen, gegenüber der subventionierten Erdgas- oder Fernwärmeheizung jährlich Mehrkosten in Höhe von mehreren hundert Euro anfallen. So begrüßenswert die Entlastung der Menschen auch ist, sie darf nicht zu solchen Ungleichbehandlungen führen.

Heizöl und Holzpellets sind gut speicherbare Energieträger. Die elf Millionen Haushalte, die sie deutschlandweit nutzen, haben mit Tank oder Pelletlager ihren eigenen Energievorrat und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Zugleich haben aber auch sie seit Beginn des Kriegs in der Ukraine deutlich gestiegene Brennstoffkosten zu schultern, wie DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele zu bedenken gibt. Bei Heizöl kommt laut A. Willig hinzu, dass aufgrund der Gasmangellage Unternehmen verstärkt Heizöl zur Energieversorgung nutzen. Auch das wirkt sich auf Nachfrage und Preisentwicklung aus.

Die Bundesregierung, so die Ansicht der Verbände, muss daher jetzt auch für eine Entlastung der Haushalte sorgen, die Holzpellets oder Heizöl nutzen.

Auch MEW fordert Preisdeckel für Nutzer von Öl- und Pelletheizungen

Der MEW e.V. begrüßt grundsätzlich die Pläne der von der Bundesregierung eingesetzten Gaspreis-Kommission zur Entlastung der Gas- und Fernwärmekunden. Die ab März 2023 geplante Deckelung des Gaspreises sollte jedoch auch für Nutzer anderer Energieformen gelten und somit eine Entlastung für alle Verbraucher darstellen. So sind in Deutschland aktuell nach wie vor mehr als vier Millionen Ölheizungen und rund 700.000 Pelletheizungen in Betrieb. Auch wenn die Kosten für Öl nicht derart stark angestiegen sind, wie die Kosten für Gas, so ist die Steigerung auch beim Öl und bei Holzpellets dennoch erheblich. Dies führt zu einer starken Mehrbelastung derjenigen Verbraucher, die auf diese Weise ihre Häuser und Wohnungen beheizen.

Gas, so betont MEW-Geschäftsführer Dr. Hans Wenck, wird diesen Winter nach wie vor knapp bleiben und es müssen in diesem Bereich nach wie vor Einsparungen erfolgen, nicht zuletzt zur Sicherung der Stromversorgung und zur Unterstützung der heimischen Industrie, die der deutschen Wirtschaft aufgrund von Shutdowns dauerhaft verloren gehen könnte. Eine Deckelung des Gaspreises ist zwar äußerst wünschenswert, um den Verbraucher zu schützen, könnte jedoch eine falsche Steuerungswirkung entfalten und zu einem gleichbleibenden oder sogar steigenden Gasverbrauch führen.

Wie bereits vom MEW im Positionspapier vom 28. Juli 2022 vorgeschlagen, könnte eine vorübergehende Reaktivierung alter Ölheizungen, sowohl im privaten als auch im industriellen Bereich zu Entlastungen führen. Dafür würde es aber eines Preisanreizes in Form eines analogen Heizölpreis- und Pelletpreisdeckels bedürfen.

Der MEW e.V. betont ausdrücklich, dass es sich dabei nur um eine temporäre Maßnahme zur Sicherstellung der Energieversorgung Deutschlands und Europas, insbesondere in diesem Winter, handeln sollte und steht grundsätzlich hinter den gemeinsamen europäischen Klimaschutzzielen und der damit verbundenen Umstellung auf erneuerbare Energieträger.