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Regenerative Energien

Uniper SE: Methanisierungsanlage in Falkenhagen eröffnet 11. Mai 2018

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes Store&Go wurde vergangene Woche eine Methanisierungsanlage als Erweiterung der bereits bestehenden Power to Gas-Anlage in Falkenhagen eröffnet.

Nachdem mit der bisherigen Anlage reiner Wasserstoff (sogenanntes WindGas) direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden konnte, ermöglicht die neue Methanisierung die Erzeugung von "grünem" Methan. Dabei wird der regenerativ erzeugte Wasserstoff in diesem zweiten Schritt mit Kohlendioxid aus einer Bio-Ethanol-Anlage zu Methan (CH4), d. h. synthetischem Erdgas, umgewandelt. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende, denn grünes Methan kann im Gegensatz zugrünem Wasserstoff vielfältiger eingesetzt werden: Es kann verschiedenen Marktsektoren, wie dem Strom- und Wärmemarkt, der Industrie sowie der Mobilität zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ermöglicht es die unbeschränkte Nutzung der Erdgasinfrastruktur, beispielsweise für Transport und Speicherung. Die so gespeicherte Energie steht immer zur Absicherung bereit, insbesondere wenn Sonne und Wind nicht im erforderlichen Umfang verfügbar sind.

Im Projekt arbeiten 27 Partner aus sechs Ländern zusammen, um die Möglichkeiten der Integration von Power to Gas-Anwendungen in das europäische Energienetz zu untersuchen und vor allem die Methanisierung von Wasserstoff als wichtigen Schritt für die Energiewende voranzutreiben. Die Pilotanlage "WindGas Falkenhagen" wurde 2013 errichtet, um Windenergie im Erdgasnetz zu speichern. Im Juli 2017 wurde der Grundstein für die Methanisierungsanlage und weitere dafür notwendige Komponenten direkt neben dem bestehenden Standort gelegt. Dies alles konnte jetzt planmäßig fertiggestellt werden. Die Anlage produziert bis zu 57 cbm/h SNG (Synthetic Natural Gas, bei Normaldruck und -temperatur), was rund einer Leistung von 600 kWh/h entspricht. Zum Vergleich: Mit dieser Energiemenge könnte man eine 50-qm-Wohnung rund einen Monat beheizen. Außerdem wird die beim Prozess entstehende Wärme von dem benachbarten Furnierwerk genutzt.

Gemeinsam mit den Standortpartnern thyssenkrupp Industrial Solutions, Essen, der Forschungsstelle des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. – Technisch-wissenschaftlicher Verein, Bonn, und dem KIT Karlsruher Institut für Technologie wurde die großtechnische Anlage realisiert und soll im Rahmen des Projekts 24 Monate betrieben und untersucht werden.