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Aral eröffnet ersten „Mobility Hub“ in Berlin

Die Aral AG, Bochum, nach eigenen Angaben Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft, eröffnete am 6. Oktober 2020 den ersten „Mobility Hub“ im Zentrum von Berlin. Die multifunktionale Station an der Holzmarktstraße dient als Testfeld für die sich verändernden Kundenbedürfnisse in puncto Mobilität. Neben dem klassischen Kraftstoff-Angebot und einem REWE-To-Go-Shop setzt die Aral mit der ersten Stufe eines sogenannten „Microgrid“ aus Ladesäule und Batterie neue Maßstäbe bei den Ladeoptionen für Elektrofahrzeuge in Ballungszentren. In Kooperation mit verschiedenen Sharing- und Mobilitätsanbietern, einem Akku-Wechselautomaten sowie der Anknüpfung an den ÖPNV wird die Aral-Station außerdem zu einem Umsteigeplatz für verschiedene Verkehrsträger. Damit entspricht sie in ersten Ansätzen dem Zukunftsmodell der Großstadttankstelle, das die Aral im Rahmen der Studie „Tankstelle der Zukunft“ im letzten Jahr präsentiert hat (siehe auch eot 39/40/2019, Seite 2/3).

Mit dem neuen Aral „Mobility Hub“ bietet das Unternehmen nach Aussage von Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der Aral, den Kunden ein umfassendes Mobilitätsangebot, welches über das einer klassischen Tankstelle hinausgeht. Gerade im urbanen Raum spielt die Vielfalt an Fortbewegungsmöglichkeiten eine immer größere Rolle und die Aral-Tankstellen können dort zu einem sinnvollen Knotenpunkt werden. Vor kurzem hat die blau-weiße Tankstellenmarke angekündigt, in den kommenden Monaten in Deutschland über 100 ultraschnelle Ladepunkte mit bis zu 350 kW Ladeleistung in Eigenregie in Betrieb zu nehmen. Damit wird Laden vergleichbar schnell wie Tanken.

In dem Ausbau des ultraschnellen Ladenetzes sieht die Aral einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer kohlendioxidärmeren Mobilität. Darüber steht das übergeordnete Ziel des Aral-Mutterkonzerns bp p.l.c., London, bis zum Jahr 2050 oder früher klimaneutral zu sein, und auch Kunden zu helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.

Angebotsvielfalt: Mobilitäts-Sharing, Akkuwechselautomat und ÖPNV-Anbindung
An der Aral-Station stehen eine ganze Bandbreite kohlendioxidvermeidender Mobilitätsoptionen zur Verfügung. Möglich wird das unter anderem durch die Integration eines Jelbi-Standortes der BVG Berliner Verkehrsbetriebe. Dort reicht das Angebot für die Kunden von verschiedenen Car-Sharing-Optionen über E-Scooter und E-Roller bis hin zum Bike Sharing.

Für Dr. Henry Widera, Chief Information Officer und Bereichsleiter Informations- und Vertriebstechnologie, bietet die BVG mit Jelbi alle Formen geteilter Mobilität in Berlin aus einer Hand. So wird der sehr gute öffentlichen Nahverkehr um umweltfreundliche Sharing-Angebote ergänzt – digital am Smartphone und physisch an den Jelbi-Stationen.

Für eigene E-Bikes, Lastenräder oder elektrische Kleinfahrzeuge hält ein Swobbee-Akkuwechselautomat Lademöglichkeiten bereit. Er ermöglicht den Verkehrs-
teilnehmern ihre Akkus mit niedrigem Ladestand innerhalb von 30 Sekunden gegen voll aufgeladene auszutauschen.

Im Herzen der Metropole Berlin zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof zählt auch eine optimale Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr zu den Anforderungen an den Aral „Mobility Hub“. Durch den Anschluss an jeweils vier S-Bahn- und Buslinien sowie an die U-Bahn werden diese erfüllt.

Ultraschnelles Laden: Microgrid-Pufferbatterie versechsfacht Netzleistung
Das technologische Herzstück des Aral „Mobility Hub“ sind die beiden neuen Ladestationen für Elektrofahrzeuge, die das Unternehmen in Eigenregie betreibt. Sie können an der Station mit einer Leistung von bis zu 320 kW kompatible Elektrofahrzeuge laden. Das Besondere: Dieser Standort wurde nicht wie sonst in dieser Leistungsklasse üblich an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Stattdessen wird die benötigte hohe Ladeleistung durch eine lokale Batterie bereitgestellt, die sich auflädt, wenn gerade kein Elektrofahrzeug angeschlossen ist. Zusätzlich kann in Zukunft am Standort selbständig Strom erzeugt werden, um sich autark zu versorgen. Dabei handelt es sich um die erste Ausbaustufe eines sogenannten Microgrid. Mit dieser Technologie kann die Aral auch dort ultraschnelles Laden anbieten, wo durch das lokale Stromnetz die technischen oder kommerziellen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Die Aral erprobt erstmals deren Praxistauglichkeit.