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E.ON: EU-Kommission gibt Übernahme der innogy frei Erwerb der innogy-Anteile von RWE vollzogen

Nach der vergangene Woche erfolgten Zustimmung der EU-Kommission zur Übernahme der innogy SE will die E.ON SE, beide Essen, zügig die Integration der innogy in den Konzern vollziehen

Zusagen an die EU-Kommission für E.ON akzeptabel

Mit der Zustimmung der EU-Kommission sind verschiedene Zusagen der E.ON zur Abgabe einzelner Geschäfte oder Geschäftsteile verbunden. Dazu gehören das Strom- und Gaskundengeschäft von innogy in der Tschechischen Republik sowie Veräußerungen im ungarischen Stromkundengeschäft der E.ON. Für Deutschland beziehen sich die Zusagen hauptsächlich auf wesentliche Teile des E.ON-Heizstromkundengeschäfts sowie den Bau und Betrieb einzelner Autobahn-Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Nach Aussage von E.ON-Chef Johannes Teyssen wird das Unternehmen die Auflagen der EU-Kommission umsetzen, hätte diese Geschäfte aber gern fortgeführt. Vor dem Hintergrund der guten Entwicklungschancen für die neue E.ON sind diese Zugeständnisse verkraftbar. Insgesamt werden Vertriebsgeschäfte mit rund 2 Mio. Kunden vor allem in Osteuropa abgegeben. Abgaben im Netzgeschäft gibt es hingegen nicht.

E.ON-Aufsichtsrat wird erweitert, Zusammensetzung des E.ON-Vorstands bleibt unverändert

Wie von der E.ON-Hauptversammlung im Mai 2019 beschlossen, wird nach Mitteilung des E.ON-Aufsichtsratsvorsitzenden Karl-Ludwig Kley die E.ON nach Vollzug der Übernahme der innogy den E.ON-Aufsichtsrat auf 20 Mitglieder vergrößern. Mit dieser Erweiterung soll einerseits Arbeitnehmervertretern der innogy Sitz und Stimme im E.ON-Aufsichtsrat gegeben und andererseits sichergestellt werden, dass Erfahrungen der Kapitalseite aus dem aktuellen Aufsichtsrat der innogy zur Verfügung stehen. Außerdem wird ein Vertreter der RWE AG, Essen, im Aufsichtsrat vertreten sein.

Für die Vertreter der Anteilseigner wird die E.ON den RWE-Vorstandsvorsitzenden Rolf Martin Schmitz zur gerichtlichen Bestellung vorschlagen, außerdem den Unternehmer Ulrich Grillo und die amerikanische Unternehmensberaterin Deborah B. Wilkens, die aktuell beide noch Mitglieder des innogy-Aufsichtsrats sind.

Die Führung der neuen E.ON liegt weiter in den Händen der bisherigen Vorstandsmitglieder des Unternehmens. Der Aufsichtsrat der E.ON bekräftigte die Entscheidung, dass Johannes Teyssen das Unternehmen weiter als Vorstandsvorsitzender führen soll. Er bestätigte zudem Leonhard Birnbaum, Thomas König, Marc Spieker und Karsten Wildberger als Vorstandsmitglieder der E.ON SE. Den Vertrag von Finanzvorstand Marc Spieker verlängerte der Aufsichtsrat um fünf Jahre bis Ende 2024.

Erste Führungsebene unterhalb des Vorstandes zu gleichen Teilen aus E.ON und innogy besetzt

Die E.ON hat jetzt auch die künftigen Führungspositionen in wettbewerblich relevanten Bereichen und damit die erste Ebene unterhalb des Vorstandes nahezu vollständig besetzt. Wie bei der bereits im Juni 2019 ausgewählten Gruppe stammen auch die jetzt neu benannten Führungskräfte zu fast gleichen Teilen von der E.ON sowie der innogy.
Victoria Ossadnik wird Chief Executive Officer des Vertriebs und der Customer Solutions in Deutschland. Katherina Reiche (bisher Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen, VKU), wird ab Januar 2020 die Leitung einer der größten und wichtigsten operativen Einheiten im deutschen Netzgeschäft bei E.ON übernehmen.

Essen als Energiehauptstadt

Die neue E.ON wird ihren Sitz wie geplant in Essen haben. Damit und mit der Neuausrichtung der RWE AG bleibt Essen Energiehauptstadt. Von Essen aus wird das Unternehmen das Netz- und Kundenlösungsgeschäft in 14 Ländern Europas und in der Türkei steuern. Darüber hinaus wird nach Informationen von J. Theyssen, die Essener Zentrale unter anderem E.ONs Innovationszentrum sein, von dem Anstöße für die Energiewende in Europa und für die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen ausgehen. Damit ist der Plan verbunden, künftig neue und zukunftsorientierte Arbeitsplätze speziell in Essen zu schaffen.

Synergieziele bestätigt, sozialverträgliche Umsetzung gesichert

Der E.ON-Chef bekräftigt das Ziel, ab dem Jahr 2022 jährlich Synergien von 600 Mio. Euro bis 800 Mio. Euro zu realisieren.  Es bleibt dabei, dass zum Erreichen der Synergieziele maximal 5.000 Stellen, also weniger als 7 % der Arbeitsplätze, abgebaut werden.

Übergang der RWE-Anteile an Innogy auf E.ON

Die bislang von RWE gehaltenen Anteile von rund 76,8 % an innogy sind vergangene Woche auf die E.ON übergegangen. Damit ist der Erwerb von insgesamt 426.624.685 Aktien abgeschlossen. Die E.ON ist nun wie geplant kurz nach der Freigabe der Transaktion durch die EU-Kommission Eigentümerin der Mehrheit von innogy.

Bis Ende dieser Woche wird die E.ON auch das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot an die Minderheitsaktionäre von innogy vollziehen. Dabei erhalten diejenigen Minderheitsaktionäre die Angebotsgegenleistung, welche die E.ON im Rahmen des Übernahmeangebots im vergangenen Jahr ihre Aktien angedient hatten. Bis zum Ende der Annahmefrist am 25. Juli 2018 hatten sich rund 9,4 % der Aktionäre für den Verkauf ihrer innogy-Aktien entschieden.

Zusammen mit den zwischenzeitlich börslich erworbenen Aktien in Höhe von rund 3,8 % hält die E.ON dann insgesamt 90 % aller innogy-Aktien und erfüllt damit die notwendigen Voraussetzungen für einen umwandlungsrechtlichen Squeeze-out. Wie Anfang September dieses Jahres mitgeteilt, will die E.ON daher die Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre der innogy SE im Rahmen eines umwandlungsrechtlichen Squeeze-out-Verfahrens übernehmen und damit alleinige Eigentümerin der innogy werden.

Nach Aussage von J. Teyssen ist eine zügige und direkte Integration der innogy in die E.ON das Ziel. Die nun vollzogene Übernahme ist der entscheidende Schritt zur Neuaufstellung des Unternehmens. Zeitnah wird sich das Unternehmen auf seine Kerngeschäfte – intelligente Stromnetze und Kundenlösungen – fokussieren.