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Energiewende: Shell will Geschäft in Deutschland umbauen

Die Shell Deutschland Oil GmbH, Hamburg, will ihr Geschäft mit fortschreitender Energiewende umbauen. Das kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutsche Shell Holding GmbH, Dr. Fabian Ziegler, am 29. September 2020 während einer virtuellen Veranstaltung in Berlin an. nach seiner Aussage unterstützt das Unternehmen Deutschland, ein Land mit netto null Emissionen zu werden. Die Transformation der Shell in Deutschland hat begonnen und wird sich beschleunigen.

Dazu hat die Shell einen entsprechenden Plan entworfen, wie das Unternehmen in Deutschland die eigenen Treibhausgasemissionen und jene, die entstehen, wenn Kunden Shell-Produkte verbrauchen, binnen eines Jahrzehnts um über ein Drittel senken oder kompensieren könnte. Das entspricht rund 30 Mio. t/a beziehungsweise rund einem Zehntel des CO2-Reduktionsziels der deutschen Bundesregierung bis 2030. Für die Shell kann das gelingen, wenn gleichzeitig die Politik für die notwendigen Rahmenbedingungen sorgt und Kunden vermehrt kohlendioxidärmere Produkte nachfragen.
Die Ambitionen der Shell in Deutschland sind unter anderem:

  • führender Anbieter von „grünem“ Wasserstoff für Industrie- und Transportkunden zu werden, die Elektrolyse-Kapazität in der Rheinland Raffinerie zu verzehnfachen und weitere H2-Projekte zu untersuchen
  • sich durch offshore-Wind oder kombinierte offshore-Wind-/Wasserstoff-Produktion an der Produktion erneuerbarer Energien in Deutschland zu beteiligen
  • bis 2030 rund 1.000 Schnellladesäulen an seinen Tankstellen zu errichten
  • die Rohöl-Raffinerie im Rheinland in einen kohlenstoffarmen Energiepark zu transformieren mit weniger Rohölverarbeitung, mehr Einsatz regenerativer Eingangsstoffe sowie klarem Fokus auf zukunftsorientierten Energielösungen und Spezialchemieprodukten.

Nach Informationen von Huibert Vigeveno, Vorstandsmitglied der Royal Dutch Shell, Den Haag, ist der Umbau des Geschäfts in Deutschland als Schlüsselmarkt für die Shell-Gruppe, entscheidend für das Ziel der Shell, bis 2050 oder früher ein Netto-Null-Emissions-Energieunternehmen zu werden, im Einklang mit den Kunden und der Gesellschaft. Die Shell beabsichtigt, ihre globalen Ambitionen auf dreierlei Weise umzusetzen. Zunächst, indem bei der Herstellung aller Produkte die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre nicht weiter erhöht wird. Zweitens, indem der Zielwert für den Netto-CO2-Fußabdruck der Shell-Energieprodukte deutlich verschärft wurde. Mittelfristig soll dieser bis 2035 weltweit anstelle von 20 % um durchschnittlich 30 % und längerfristig bis 2050 anstelle von 50 % um durchschnittlich 65 % fallen. Drittens, indem das Unternehmen mit Wirtschaftssektoren zusammenarbeitet und sie darin unterstützt, Wege zu Netto-Null-Emissionen zu entwickeln. Die Shell will mit Kunden, die zur Mitte des Jahrhunderts weiter Emissionen verursachen, gemeinsam nach Wegen suchen, diese soweit wie möglich zu senken und verbleibende Emissionen zu kompensieren.

Die Shell in Deutschland will beim Thema Netto-Null-Emissionen für die gesamte Shell vorangehen. Das bedeutet nach Mitteilung von F. Ziegler, dass das Energieunternehmen investieren will. Um das langjährige Know-how mit neuen Denkansätzen zu vereinen, wird dabei auch auf Start-ups geschaut.