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Evos: Beladekapazität durch neue Kesselwagen-Station um mehr als 40 % gesteigert

Die Evos Hamburg GmbH hat ihre neue Kesselwagen-Beladestation auf dem Gebiet der „Hohen Schaar“ im Wilhelmsburger Teil des Hamburger Hafens am 1. Juli 2021 offiziell in Betrieb genommen. Es handelt sich bei der neuen Beladestation um einen Gleisanschluss sowie zwei neue Gleisverbindungen mit einer Gesamtlänge von 850 m. Insgesamt hat das Unternehmen rund 22 Mio. Euro in die neue Anlage investiert. Das Tanklager ist bereits seit 1953 in Hamburg-Wilhelmsburg ansässig und bietet 149 Tanks mit einer Lagerkapazität von 670.000 cbm für verschiedene Mineralöl- und Chemieprodukte. Das Terminal war bis Oktober 2019 unter dem Namen „Vopak Dupeg“ bekannt, bevor es an den Global Asset Manager First Sentier Investors, Sydney, verkauft wurde. Die Evos ist ein internationales und unabhängiges Energie-Tanklager-Unternehmen, welches ein Netz von Premium-Tanklagern in Algeciras, Hamburg, Rotterdam und Amsterdam mit einer kombinierten Lagerkapazität von 2,5 Mio. cbm betreibt. In Rotterdam besteht beim Methanol-Tanklager zusätzlich eine Produktionseinheit zur Herstellung von Methanolderivaten wie Formaldehyd, Paraformaldehyd und Hexamethylenetetramin.

Mit der neuen Anlage wird die Evos nicht nur ihre bestehende Verladekapazität für Mitteldestillate um mehr als 40 % erhöhen. Diverse technische Neuerungen, wie zum Beispiel neueste Pumpentechnolgie sowie die Möglichkeit einer gleichzeitigen Beladung von zwei Kesselwagen ermöglichen künftig eine deutlich effizientere Abfertigungszeit der Züge. Eine zusätzliche Neuerung weist die Anlage auch beim immer wichtiger werdenden Bio-Blending auf: So können jetzt Bio-Kraftstoffe/Flüssiggüter direkt während der Beladung der Kesselwagen injiziert werden; bisher musste ein sogenannter Blend schon vor der Verladung aufwendig in einem Tank aufgemischt werden.

Auch die Klimabilanz des Terminals wird durch die neue Anlage verbessert: Notwendige Waggon-Rangierarbeiten auf dem Terminal werden jetzt mit einer Seilzuganlage realisiert. Der regelmäßige Einsatz, beziehungsweise das permanente Vorhalten von dieselbetriebenen Rangierloks kann damit entfallen. Der dadurch gesparte Dieselkraftstoff entspricht einem CO2-Äquivalent von rund 200 t/a und reduziert die CO2-Emissionen, die heute in diesem Bereich auf dem gesamten Terminal anfallen, um rund 50 %. Ohnehin lag ein Fokus bei der Umsetzung des Projektes auf der Verbesserung der Energieeffizienz, was an vielen technischen Neuerungen zu erkennen ist, wie unter anderem auch an der vollständigen LED-Beleuchtung der gesamten Betriebsfläche.

Die neue Kesselwagen-Beladestation ermöglicht eine Anbindung an die gesamte Lager- und Umschlagsinfrastruktur für Dieselprodukte auf dem Betriebsteil „Hohe Schaar“ und bindet darüber hinaus auch eine weitere Löschbrücke für Tankschiffe mit einer Gesamtkapazität von rund 70.000 dwt (deadweight tons) an die Umschlagseinrichtungen der Evos Hamburg an.

Mit der neuen Kesselwagen-Beladestation hat das Unternehmen laut Ulfert Cornelius, Geschäftsführer der Evos Hamburg, bewiesen, dass das Tanklager und sein Serviceangebot kontinuierlich markt- und kundenorientiert weiterentwickelt wird. Auch die neue Kesselwagen-Beladestation und die damit gesteigerte Kapazität auf dem Terminal bieten aktuellen und künftigen Kunden eine hohe Dienstleistungskompetenz sowie marktführende Standards an Sicherheit, Nachhaltigkeit und Effizienz.

Nach Aussage von U. Cornelius wurde in das Terminal im Hamburger Hafen investiert, weil nach seiner Überzeugung auch in Zukunft Flüssiggüter und damit Tanklager benötigt werden, um die Energie- und Mobilitätswende stemmen zu können. Neben der Elektrifizierung werden zunehmend klimaneutrale flüssige Energieträger und Kraftstoffe gebraucht. Es muss auf alle verfügbaren Technologien gesetzt werden, wenn die ambitionierten Klimaschutzziele erreicht werden sollen. Dabei setzt die Evos auf den Hamburger Hafen als ein wichtiges Energie-Drehkreuz für den Import von „grüner“ Energie und „grünen“ Kraftstoffen.