NEUIGKEITEN

aus der Branche!

Unternehmen

„GEFO goes green“ – Erster Tankerneubau mit LNG-Antrieb

Die GEFO Gesellschaft für Oeltransporte mbH, Hamburg, geht einen maßgebenden Schritt zur emissionsfreien Schifffahrt. Sie wird den ersten Tankerneubau namens „Tosca“ für die Fahrt mit Flüssiggas ausrüsten, einem sogenannten LNG-Antrieb. Durch Nutzung von LNG werden Feinstaub-Emissionen und Schwefeloxide nahezu vollständig vermieden. Die Kohlendioxidemissionen verringern sich nachhaltig um rund ein Viertel und der Ausstoß von Stickoxiden um bis zu 80 %.

Mit dieser Aktion bekennt sich das Unternehmen öffentlich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung und zum Schutz der Umwelt.

Für die GEFO bildet verantwortungsbewusstes Handeln die Grundlage für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Mit dem LNG-Antrieb der „Tosca“ betritt das Unternehmen als erste Reederei weltweit Neuland im „Chemical-Small-Tanker-Segment“. Bereits im Jahr 2016 hatte sie mit dem Tanker „Nabucco“ – der mit neuester Abgasreinigungs-Technologie gebaut wurde – einen Meilenstein gesetzt.

Auch deshalb wurde die GEFO dieses Jahr von der Rating-Agentur EcoVadis SAS, Paris, zum zweiten Mal mit dem Gold-Zertifikat ausgezeichnet. Eine sehr gute Bewertung in den Bereichen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung einer externen Prüfungsinstanz für die globalen Lieferketten multinationaler Unternehmen.

Nach Aussage von Sven Schwarz, Chief Executive Officer der GEFO, werden energieeffiziente und umweltschonende Transportlösungen sowie das evidenzbasierte Einhalten von Nachhaltigkeitsstandards in den Lieferketten der chemischen Industrie als unternehmerische Chance gesehen.

Die „Tosca“ wird im Jahr 2021 in See stechen. Sie ist ein Neubau der Avic Weihai Shipyard, Shanghai, und verfügt über eine Tragfähigkeit von 7.000 tdw bei 8.000 cbm Laderauminhalt in vierzehn Edelstahltanks. Damit ist sie weltweit für hochwertige Chemiefahrten ausgerüstet, inklusive des Einsatzes für die Eisfahrt in der Upper-Baltic.

Die Ausrüstung solcher Tanker mit umweltschonenden Antrieben kostet bei der „Tosca“ rund 4 Mio. Dollar. Diese Zusatzinvestition wird von der GEFO aus eigener Kasse bezahlt, da es weder in Deutschland noch in der EU Subventionen für die „Tosca“ gibt.

Für den Einsatz des umweltschonenden Edelstahltankers gibt es bereits großes Interesse. Ein europäischer Öl- und Chemiekonzern hat ein Optionsrecht auf den Ersteinsatz des Tankers gesichert.

Bis 2022 erhält die GEFO von der Avic-Werft acht Tanker-Neubauten, deren Auftragswert insgesamt rund 140 Mio. Dollar beträgt. Sie werden ebenfalls LNG-bereit sein, sehen also die Möglichkeit einer späteren Umrüstung auf LNG-Betrieb vor. Die Schiffe sollen zusätzlich mit SCR-Technologie (selective catalytic reduction) zur Reduktion von Stickoxiden betrieben werden und erfüllen damit die neuen Abgasnormen und Grenzwerte der International Maritime Organization (IMO), die für Schiffsneubauten ab dem Jahr 2021 in Kraft treten.

In der GEFO-Flotte befindet sich auch der Tanker „Gioconda“. Dieser ist mit SCR-Katalysatoren ausgerüstet, die die Emissionen von Stickoxiden bereits jetzt über 70 % reduzieren.

Die Flotte umfasst derzeit insgesamt 148 Spezialtanker, davon inklusive Neubauten 26 Seetanker und 122 Binnentanker in der Chemie-, Gas- und Mineralölfahrt auf dem Rhein und im ARA-Gebiet (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen). Der Umsatz der GEFO in Hamburg betrug im vergangenen Jahr 2018 rund 470, 8 Mio. Euro. Transportiert wurden 17,56 Mio. t Chemie- und Ölprodukte.