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Mehr Flüssigerdgas gegen dicke Luft auf See

ie Wintershall Holding GmbH, Kassel, einer der größten deutschen Erdgas- und Erdölproduzenten, setzt sich für den verstärkten Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) in der Seeschifffahrt ein. Nach Aussage von Mario Mehren, Wintershall-Vorstandsvorsitzender, bei einem Gespräch Ende November 2018 mit Hamburgs erstem Bürgermeister Peter Tschentscher, benötigen die europäischen Seehäfen LNG-Tankstellen.

Die Wintershall plant zurzeit den Zusammen-schluss mit der DEA Deutsche Erdoel AG, Hamburg. Der Fusionsprozess soll im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen werden.

Einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Emissionen kann LNG nach Ansicht von M. Mehren beispielsweise auch im Hamburger Hafen leisten. Hamburg will in den nächsten Jahren Luftschadstoffe im stadtnahen Hafenbereich reduzieren. Als Lösungsansatz hat die Stadt unter anderem die Schaffung einer LNG-Infrastruktur im Hamburger Hafen in den aktuellen Luftreinhalteplan aufgenommen.

Der ZDS Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe e. V., Hamburg, hatte bei der Vorstellung seines Jahresberichts Mitte November 2018 ebenfalls Handlungsbedarf angemahnt. Sowohl bei der Nutzung von LNG als auch bei Anlagen für die landseitige Stromversorgung von Schiffen muss gehandelt werden. Zwar investiert die Wirtschaft in diesem Bereich, aber Bund und Länder müssen die Voraussetzungen schaffen, dass die Schifffahrt LNG und Landstrom nutzen kann.

Hafen- und Schifffahrtsstandorte stehen heute vor großen Herausforderungen. Es liegt in der Verantwortung von Unternehmen und Politik, Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Leitideen des politischen und unternehmerischen Handelns zu verankern. Flüssiges Erdgas ist dabei für P. Tschentscher ein wichtiger Baustein, um die Emissionen in einem stadtnahen Hafen zu reduzieren.

Da Flüssigerdgas nicht überall verfügbar ist, benötigen die großen europäischen Seehäfen LNG-Tankstellen für Seeschiffe. Durch den Einsatz von Flüssigerdgas in der Schifffahrt können Kohlendioxidemissionen um 30 % und Stickoxide um 80 % gegenüber Schweröl und maritimen Diesel deutlich reduziert werden. Auch Hamburger Reedereien rüsten daher Containerschiffe um. Das neue Kreuzfahrtschiff AIDAnova, das demnächst von Hamburg aus auf Jungfernfahrt geht, wird ebenfalls mit Flüssigerdgas betrieben.

Im Gespräch mit Hamburgs erstem Bürgermeister informierte M. Mehren auch über den Zusammenschluss mit der DEA. Hamburg als große europäische Hafenstadt ist ein idealer Standort für europäische und weltweite offshore-Aktivitäten. Zusammen beschäftigen Wintershall und DEA rund 3.200 Mitarbeiter weltweit, davon rund 520 in Hamburg.