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Shell treibt mit Partnern integrierte Wasserstoff-Wirtschaft im Transportsektor voran

Das Dreierbündnis „Next Mobility Accelerator“ der Shell Deutschland GmbH, Hamburg, der MaierKorduletsch Gruppe und der Paul Nutzfahrzeuge GmbH, beide Vilshofen, hat auf dem ITS World Congress in Hamburg den ersten mittelschweren Brennstoffzellen-Lkw vorgestellt. Damit liefern die drei Unternehmen einen weiteren Baustein zum Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft, um die Dekarbonisierung des Transportsektors voranzutreiben.

Der Straßengüterverkehr könnte sich nach Meinung von Fabian Ziegler, Geschäftsführer der Shell in Deutschland, bis 2050 verdreifachen. Gleichzeitig bleibt Deutschland bisher hinter den eigenen Zielen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen zurück. Hinzu kommt, dass in vielen Städten und Regionen die Stickoxid- und andere Schadstoffgrenzwerte überschritten werden. Es ist also wichtig, den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern, zum Beispiel durch neue kohlendioxidarme oder -freie Antriebsarten und Kraftstoffe sowie verbesserte Kraftstoff-Effizienz.

Neben verbrauchsarmem Diesel mit wachsendem biogenen Anteil setzt die Shell dabei künftig vermehrt auf Bio-LNG für den Schwerlastverkehr, sowie Stromlade-Lösungen und „grünen“ Wasserstoff für diverse Anwendungen im Straßengüterverkehr. Dabei arbeitet die Shell eng mit Industriepartnern zusammen, um das „Henne-Ei-Problem“ aufzubrechen und dem Angebot auch eine Nachfrage gegenüberzustellen.

Für den neu vorgestellten Brennstoffzellen-Lkw heißt das konkret: Die Paul Nutzfahrzeuge baut das Fahrzeug mit Komponenten von Mercedes-Benz Special Trucks, ZF und Toyota und sichert Service, Wartung sowie die Teileversorgung. Die MaierKorduletsch errichtet die erste Wasserstoff-Tankstelle für die ersten Trucks. Die Shell plant die Belieferung mit „grünem“ Wasserstoff und entwickelt eine integrierte Mobilitäts-Plattform inklusive eines Fahrzeugangebotes auf pay-per-km-Basis. Vorbehaltlich einer finalen Investmententscheidung plant die Shell gemeinsam mit weiteren Partnern und mit Unterstützung öffentlicher Fördermaßnahmen, ihren Kunden bis 2025 bis zu 2.500 Brennstoffzellen-Lkw und bis zu 50 Wasserstoff-Tankstellen anbieten zu können, um so kurzfristig eine Wasserstoff-Marktaktivierung in Europa zu ermöglichen.

Basis des neuen Null-Emissions-Fahrzeuges ist ein sogenannter „Glider“ – das heißt ein Chassis samt Fahrerkabine des Mercedes-Benz Atego, von der Paul Nutzfahrzeuge ausgerüstet mit einem Zentralantrieb von ZF und einer Brennstoffzelle von Toyota. Das 15-t-Fahrgestell mit einem Zuggesamtgewicht von 24 t hat eine Reichweite von bis zu 500 km und kann innerhalb von 10 bis 15 Minuten vollgetankt werden. Der Wasserstofftank fasst 30 kg. Die ersten 25 Prototypen sollen bereits im kommenden Jahr von ausgewählten Kunden getestet werden. Die Serienproduktion ist für 2023 geplant.