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Shell und Remondis wollen bei Kreislaufwirtschaft zusammenarbeiten

Die Shell Deutschland GmbH, Hamburg, und die zur Rethmann-Gruppe gehörende Remondis Recycling GmbH & Co. KG, Essen, haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Darin vereinbaren beide Unternehmen eine langfristige, strategische Zusammenarbeit, die sich zunächst auf die Entwicklung eines Rohstoff-Kreislaufs rund um den Shell Energy and Chemicals Park Rheinland im Kölner Süden konzentrieren soll. Ziel ist, die wachsende Nachfrage nach nachhaltigeren Energie- und Chemieprodukten zu decken.

Die Shell und die Remondis wollen als strategische Partner die Bildung ganzheitlicher, nachhaltiger und wettbewerbsfähiger kreislaufwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa beschleunigen, indem sie die Branchen Abfallsammlung, -sortierung und -verwertung, Chemie und Energie miteinander verknüpfen und dabei die Stärken des jeweils anderen nutzen.

Beide Unternehmen sind der Ansicht, dass die schnelle und umfassende Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft von großer Bedeutung für die Dekarbonisierung des Sektors sowie für die Gesellschaft ist. Sie wird es beiden Unternehmen ermöglichen, das Netto-Null-Emissionsziel des Pariser Abkommens zu erreichen.

Nach Mitteilung von Fabian Ziegler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Shell in Deutschland, wurde mit der Remondis ein strategisch wichtiger Partner gefunden, um die Transformation des Shell-Standortes zu einem Energy and Chemicals Park voranzubringen. Statt Rohöl sollen dort in Zukunft vermehrt Wasserstoff, zirkuläre Abfallstoffe und Biomasse eingesetzt werden, um daraus alternative Energie- und Chemieprodukte zu produzieren. Damit wird ein weiterer Baustein der Powering-Progress-Strategie der Shell umgesetzt, mit deren Hilfe das Unternehmen bis spätestens zum Jahr 2050 im Einklang mit der Gesellschaft Netto-Null-Emissionen erreichen will.

Im Zuge der Powering-Progress-Strategie hatte die Shell angekündigt, künftig weltweit nur noch fünf Raffinerien betreiben und diese sämtlich in Energy and Chemical Parks transformieren zu wollen. Dadurch würde die weltweite Produktion fossiler Kraftstoffe bei der Shell bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um 55 % sinken. Der Standort im Rheinland nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Durch die Partnerschaft mit der Remondis im Bereich der Kreislaufwirtschaft wird der Transformationsprozess zur klimaneutralen Energieproduktion noch einmal beschleunigt.

Erst vor kurzem hatte die Shell in Deutschland Pläne angekündigt, die Rohölverarbeitung im Werk Wesseling des Energy and Chemicals Park Rheinland im Jahr 2025 einstellen zu wollen. Zuvor hatte das Unternehmen an dem Standort einen 10-MW-Elektrolyseur zu Herstellung von „grünem“ Wasserstoff in Betrieb genommen. Eine 100-MW-Elektrolyse sowie eine Bio-PTL-Anlage, in der aus „grünem“ Strom und Biomasse synthetische Flugkraftstoffe und Rohbenzin hergestellt werden sollen, befinden sich in einem fortgeschrittenen Planungsstadium, stehen aber noch vor einer finalen Investitionsentscheidung. Für den Bau einer Anlage zur Herstellung von Bio-LNG für den Schwerlastverkehr ist dagegen bereits der Startschuss gefallen.

Auch die Remondis setzt bereits heute bei einem wachsenden Teil ihrer Fahrzeugflotte im Rheinland auf selbst produziertes Biogas aus „grünen“ Abfällen.

Beide Unternehmen werden in Zukunft gemeinsam ihre Anstrengungen für klimaneutrale Energie, Produktion und Logistik intensivieren.