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BDBe: Zunahme des Super E10-Verbrauchs Weniger Bioethanol im wachsenden Benzinmarkt

Der BDBe Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft e. V., Berlin, veröffentlichte Ende Juni 2018 die Marktdaten 2017 für die Produktion von zertifiziert nachhaltigem Bioethanol für Kraftstoffanwendungen.


Die Produktion in Deutschland erreichte im Jahr 2017 rund 670.000 t, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 8,8 % entspricht. Der Verbrauch sank leicht um rund 2 % auf rund 1.150.000 t. Positiv ist eine Zunahme des Absatzes von Super E10 und die weitere Verbesserung der Treibhausgasbilanz inländischen Bioethanols: Dieser hat – zuletzt amtlich festgestellt für das Jahr 2016 – die Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu fossilem Benzin um 75 % gesenkt. Für das laufende Jahr erwartet der BDBe eine positive Entwicklung beim Bioethanolverbrauch, weil sich die seit Anfang 2017 angehobene Verpflichtung der Mineralölunternehmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen aller Kraftstoffe im Markt auswirken wird.


Produktion 2017 – Die in den neuen Bundesländern gelegenen Bioethanolwerke haben im Jahr 2017 insgesamt 672.930 t Bioethanol aus Industrierüben, Futtergetreide sowie Reststoffen und Abfällen produziert. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 8,8 %. Dabei wird rund ein Drittel der pflanzlichen Rohstoffe zu Bioethanol verarbeitet, sonstige pflanzliche Inhaltsstoffe fließen in Eiweißfuttermittel aus Getreide, Kraftfutter aus Industrierüben und sonstige Produkte für die Lebens- und Futtermittelindustrie, wie beispielsweise biogene Kohlensäure und Gluten.


Verbrauch 2017 – Der deutsche Benzinmarkt wuchs 2017 – wie schon in 2016 – weiter und erzielte einen Absatz von rund 18.300.000 t. Bioethanol erreichte darin einen nahezu unveränderten Anteil von 6 Vol.-%. Es wurden rund 1.200.000 t Bioethanol für Kraftstoffanwendungen verbraucht, ein Rückgang um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr.


Der Absatz der bis zu 10 % Bioethanol enthaltenden Kraftstoffsorte Super E10 stieg und betrug mehr als 2.400.000 t. Dies bedeutet einen Marktanteil von 13,4 %. Im Vorjahr waren es mit 2.300.000 t nur 12,6 % Marktanteil. Super E5 erreichte mit 15.000.000 t in 2017 einen etwas geringeren Marktanteil von 82,1 %. Im Vorjahr waren es 15.100.000 t, dies entsprach einem Marktanteil von 82,8 %. Der Marktanteil von Super Plus betrug mit rund 830.000 t ähnlich wie im Vorjahr 4,5 %.


In dem Benzinadditiv ETBE (Ethyltertiärbutylether), welches mit Bioethanol sowie fossilem Isobuten synthetisiert wird, setzten die Mineralölunternehmen nur noch 111.440 t Bioethanol ein und damit 13,5 % weniger als im Vorjahr.


Nach vorläufigen Zahlen des BAFA Bundesamte für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Eschborn, ist der Verbrauch von Bioethanol von Januar bis Ende April 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um mehr als 9 % gestiegen.


Stefan Walter, Geschäftsführer des BDBe, geht davon aus, dass sich die am 1. Januar 2017 gestiegene Treibhausgas-Minderungsquote in diesem Jahr positiv auf den Einsatz von Bioethanol als Beimischung zu Benzin auswirken wird. Die verbesserte Treibhausgasbilanz inländischen Bioethanols zeigt, dass die im Kraftstoffmarkt etablierten Biokraftstoffe einen steigenden Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Die Politik sollte dies unterstützen, indem sie die Treibhausgasminderungspflicht bereits ab 2019 erhöht und nicht erst ab 2020.