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bft-Jahreshauptversammlung am 5./6. Juni 2018 in Königswinter

Der Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des bft Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler e. V., Berlin/Bonn, folgten rund 200 Mitglieder. Bei der öffentlichen Mitgliederversammlung am 5. Juni 2018 im Maritim Hotel Königswinter, stellte der Vorstandsvorsitzende des bft, Thomas Grebe, die wesentlichen Aktivitäten des Verbandes vor und konnte dabei einige erfolgreiche Etappensiege verkünden: Zunächst nannte er den §60 des Energiesteuergesetzes (EnergieStG). Hier hatte der Verband Erfolg. Als wesentlichen Erfolgsgaranten führte T. Grebe die konzentrierte Zusammenarbeit aller Mineralöl-verbände und deren Mitglieder an.

In die Kategorie „Schlimmeres verhindert“ ordnete der Vorstandsvorsitzende die Diskussionen um den europäischen Zahlungsverkehr ein. Hier konnte eine Ausnahmeregelung für Tankkarten geschaffen werden. Ganz ist dieses Thema aller-dings noch nicht vom Tisch, denn es kommen immer wieder Einzelfallanfragen, deren Klärung mit der BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn/Frankfurt, durchaus noch im Nachgang für Überraschungen sorgen könnten. Auch die Datenschutzgrundverordnung hat den Verband im zurückliegenden Jahr beschäftigt. Dabei kam für T. Grebe der Verdacht auf, dass im Bestreben der Aufsichtsbehörden international agierende Datensammlungs-Konzerne wie Google oder Amazon in die Pflicht zu nehmen und damit die berechtigten Interessen der Verbraucher zu schützen, über das Ziel hinausgeschossen und die Auswirkungen auf kleine und mittelständige Unternehmen, sowie Vereine und Verbände vollkommen übersehen wurden.

Und nicht zuletzt war der bft, zusammen mit den anderen Verbänden der Branche, bei der aktuellen Vergaberunde der BAT aktiv. Die Kernaufgabe war, einen möglichst hohen Anteil an Bundesautobahntankstellen über das Quotensystem zu vergeben, da dies der einzige Weg für den Mittelstand ist, an dem Geschäft sinnvoll zu partizipieren. Dieses Ziel wurde durch den geschlossenen Auftritt aller Verbände erreicht. Der Preis, der dafür bezahlt werden musste, war allerdings sehr hoch. Nach ersten Beobachtungen werden diese Kosten direkt an den Verbraucher weitergegeben. Noch ist nicht abzuschätzen, wie sich dies auf lange Sicht auf die Absatzmengen an den BAT auswirken wird. Noch weniger kann abgeschätzt werden, wie sich die Ergebnisse der aktuellen Vergaberunde auf die Verhandlungen und Preise in fünf Jahren auswirken könnten.

E-Fuels für Shell nicht der heilige Gral – Bestimmendes Thema der letzten Tage war durch-weg die Prognos-Studie der mittelständischen Mineralölverbände zum Thema E-Fuels. Jörg Debus, Direktor Trading & Supply D-A-CH der Shell Deutschland Oil GmbH und Vorstandsvorsitzender des IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., beide Hamburg, stellte in seinem Vortrag anlässlich der bft-Jahreshauptversammlung die Position der Shell zu sogenannten Future Fuels vor. Dabei kam er zu den Ergebnissen, dass ölbasierte Kraftstoffe auch in den kommenden Jahrzehnten noch eine wichtige Rolle spielen werden.

Allerdings wird sich der Energiemix im Verkehrs-sektor diversifizieren. Für den IWO-Vorsitzenden sind Biokraftstoffe bislang der quantitativ einzig relevante Alternativkraftstoff im Verkehrsbereich zur Erreichung der Treibhausgas- und Luftrein-halteziele. Des Weiteren ist für ihn GTL eine unmittelbar anwendbare Kraftstoffalternative gegen Luftqualitätsprobleme. LNG spielt künftig im Bereich des Straßengüterfernverkehrs eine wichtige Rolle. Überwiegend im Stadtverkehr bieten Brenn-stoffzellen- und Batteriefahrzeuge als Nullemissionsantriebe den Lösungsansatz.

Für die Alternativen Power to Liquid oder Power to Gas, die gemeinhin unter dem Begriff E-Fuels genannt werden, bleibt für J. Debus nur der Status „technische Alternativen“ mit hohen Kosten und geringer Effizienz.

Verabschiedung Axel Graf Bülow – Zum Abschluss der Veranstaltung stand die Verabschiedung des Hauptgeschäftsführers Axel Graf Bülow an. Nach über 33-jähriger Tätigkeit für den Verband, wechselt A. Graf Bülow die Seiten und wird künftig seine politische Karriere innerhalb der FDP weiter verfolgen. Ausgegebenes Ziel: Der Wiedereinzug der brandenburgischen FDP in den Landtag. A. Graf Bülow ist Landesvorsitzender der Partei. Mit sehr persönlichen und ausgesprochen launischen Worten, wurde der „preußische Rheinländer“ von T. Grebe und Stephan Zieger in den Unruhestand entlassen.

Den bft werden künftig S. Zieger als Geschäfts-führer in Bonn und Sarah Schmidt als Leiterin des Hauptstadtbüros vertreten. S. Schmidt war zuvor als Referentin für die Bereiche Freie Tankstellen und Europapolitik beim MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland e. V., Berlin, tätig. Bis auf Weiteres ist auch Petra Gräfin Bülow unverändert für den bft aktiv.