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IWO: Effizienzsteigerung und synthetische Brennstoffe sind kein Gegensatz

Die Klimaziele im Gebäudebestand lassen sich am besten erreichen durch Effizienzsteigerung, Einbindung erneuerbarer Energien und den Einsatz zunehmend treibhausgasneutraler Brennstoffe. Eine vergangene Woche veröffentlichte Studie von Agora Energiewende, Berlin, sieht den Schlüssel für eine kostengünstige Wärmewende dagegen primär in der Dämmung bestehender Gebäude. Ein flächendeckender Einsatz von synthetischen Brennstoffen, die aus erneuerbarem Strom erzeugt werden (Power to X) als Ersatz für fossiles Erdgas und Heizöl ist laut der Studie kurzfristig kaum darstellbar und wäre deutlich teurer als der Effizienz-Pfad.

Synthetische Brennstoffe und Effizienzsteigerung sind für Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO Institut für Wärme und Oeltechnik e. V., Hamburg, kein Gegensatz. Beides wird zur Erreichung der Klimaziele benötigt. Auch künftige synthetische erneuerbare Energieträger sollten unbedingt effizient genutzt werden. Deswegen setzt sich der Verband dafür ein, dass bestehende Gebäude energetisch optimiert und alte Heizungsanlagen gegen effiziente Systeme ausgetauscht werden. Wo es sinnvoll ist, müssen erneuerbare Energien außerdem direkt zum Heizen genutzt werden, beispielsweise in Hybridheizungen. Zahlreiche kürzlich erstellte Studien zeigen allerdings, dass neben Effizienzsteigerung und Hybridisierung als eine weitere Option erneuerbare flüssige Energieträger benötigt werden. Ein Maßnahmenmix, der synthetische Brennstoffe mit einschließt, ist der robustere Weg zu mehr Klimaschutz. Wenn zum Beispiel die Steigerung der Modernisierungsquoten im Gebäudebereich ins Stocken gerät, können mit weitgehend treibhausgasneutralen Brennstoffen die Kohlendioxidminderungsziele trotz alledem erreicht werden.

Flüssige Energieträger haben zahlreiche Vorteile: Sie besitzen eine hohe Energiedichte, lassen sich einfach speichern und transportieren, und für ihren Einsatz steht bereits heute eine sehr gute Infrastruktur bereit, so der IWO-Geschäftsführer. Neue flüssige Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien ermöglichen es, diese Vorteile langfristig weiter zu nutzen. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist, dass sie in der heute verfügbaren hocheffizienten Brennwerttechnik ohne aufwändige Umrüstungen einsetzbar sind. Wenn das Effizienzpotential, das allein schon die Umstellung auf Brennwerttechnik bietet, in den nächsten Jahren gehoben werden soll, braucht es eine attraktive Förderung – eine technologieoffene steuerliche Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen.