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Technologieforum diskutiert über erneuerbare Kraft- und Brennstoffe – Mineralölbranche steht für mehr Klimaschutz bereit

Alternative Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen sind eine unverzichtbare Ergänzung zur E-Mobilität, ohne sie werden im Verkehr die ehrgeizigen Klimaziele der Europäischen Union nicht zu erreichen sein: Das war der Tenor des digitalen „Technologieforums Neue flüssige Energieträger“, auf dem Experten über das Potenzial alternativer Kraftstoffe für einen klimaneutralen Verkehr diskutierten. Entsprechendes gilt für erneuerbare Brennstoffe als Klimaschützer im Gebäudebereich.

„There is no business as usual anymore”, brachte es John Cooper beim Technologieforum auf den Punkt. Der Generaldirektor von Fuels Europe, Brüssel, sprach über die Branchen-Strategie „Clean fuels for all“ und fasste zusammen, dass ohne klimafreundliche Kraftstoffe die EU-Ziele nicht zu schaffen sind. Cooper erläuterte den Vorschlag des europäischen Dachverbandes der Mineralölindustrie, um das angestrebte EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 im Verkehrssektor und in der Industrie zu erreichen. Dazu ist eine Kombination aller Klimaschutz-Technologien erforderlich.

Dies gilt auch für Deutschland, ergänzte Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO Institut für Wärme und Mobilität e. V., Hamburg. Es wird beides benötigt,  sowohl batterieelektrische Antriebe als auch alternative Kraftstoffe. Denn selbst bei 10 Mio. E-Autos werden 2030 noch mindestens 35 Mio. Pkw mit Verbrennungsmotor auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Für 2030 will die EU noch ein verschärftes Zwischenziel ausrufen. Die erforderlichen Mengen an erneuerbarer Energie können mit inländischem Wind- und Sonnenstrom allein nicht bereitgestellt werden. Vielmehr sind auch weltweite Importe aus begünstigten Standorten in Form einfach speicher- und transportierbarer flüssiger Energieträger notwendig.

Schwerpunkte des Forums waren die Fragen, welche Technologien für den Einsatz klimafreundlicher flüssiger Energieträger in den verschiedenen Sektoren zum Einsatz kommen können und welche Lösungen aktuell Forschung und Entwicklung anstreben. Das Technologieforum wurde zum vierten Mal gemeinsam von dem IWO, dem MWV Mineralölwirtschaftsverband e. V., Berlin, der OWI Science for Fuels gGmbH, und der Tec4Fuels GmbH, beide Herzogenrath, veranstaltet.

Vielfältige Einsatzoptionen und verlässliche Rahmenbedingungen nötig

Das Technologieforum thematisierte darüber hinaus, in welchen Bereichen „grüner“ Wasserstoff, klimaneutrale synthetische Kraftstoffe sowie fortschrittliche Biokraft- und Brennstoffe sinnvoll sind. In der Schiff- und Luftfahrt sowie in Teilen des Lkw-Schwerlastverkehrs gibt es kaum Alternativen. Doch bei Pkw und der Wärmeversorgung sahen die Teilnehmer des Technologieforums ebenfalls die Notwendigkeit, alternative Fuels einzusetzen: Es ist wichtig, dass für klimaneutrale flüssige Kraftstoffe im Verkehr breite Einsatzmöglichkeiten bestehen. So lassen sich nach Meinung von A. Willig große Mengen schneller und günstiger in den Markt bringen. Außerdem kann „grünes“ Heizöl in Gebäuden einen Beitrag leisten: Studien und Modellvorhaben zeigen, dass auch ölbeheizte Gebäude durch mehr Dämmung, effiziente und hybride Heiztechnologie sowie alternative Brennstoffe die Klimaziele erreichen können.

Die Mineralölwirtschaft ist bereit, den Weg in Richtung neuer, klimafreundlicher Technologien zur Herstellung und Nutzung von Kraft- und Brennstoffen zu gehen. Deutlich wurde beim Technologieforum jedoch auch: Um einen Markthochlauf der Future Fuels zu ermöglichen, ist die Politik aufgerufen, für passende und verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Nach Aussage von Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des MWV, zählt dazu beispielsweise ein kluger und konsequenter CO2-Preis auf herkömmliche Kraft- und Brennstoffe. Außerdem sollte die CO2-Flottenregulierung Fahrzeuge, die kohlendioxidneutrale Kraftstoffe nutzen, genauso behandeln wie E-Autos.

Die Veranstaltung gibt es als Video-Mitschnitt auf www.zukunftsheizen.de zu sehen