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UNITI: Nur mit E-Fuels im Straßenverkehr wird es E-Kerosin im Flugverkehr geben

Das BMVi Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Berlin, hat bekanntgegeben, dass Minister Andreas Scheuer das DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., Köln, mit der Planung einer Pilotanlage im industriellen Maßstab zur Produktion von synthetischem Kerosin (E-Kerosin) beauftragt hat. Die UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V., Berlin, begrüßt es sehr, dass damit ein weiteres Projekt im Bereich synthetischer Kraftstoffe angestoßen wird. Gleichzeitig weist die UNITI darauf hin, dass es nur mit E-Fuels im Auto auch E-Kerosin im Flugzeug geben wird.

E-Fuels unverzichtbar, um Wirtschaft, Verkehr und Wärmemarkt klimaneutral zu gestalten
Synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) werden aus Wasser und Kohlenstoffdioxid unter Einsatz „grünen“ Stroms gewonnen. Sie haben dieselben chemischen Eigenschaften wie fossile Kraft- und Brennstoffe, sind aber kohlendioxidneutral, da bei ihrer Verwendung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie zuvor bei ihrer Herstellung gebunden wurde.

Es herrscht in der Fachwelt Einigkeit darüber, dass E-Fuels in der Luftfahrt (als E-Kerosin) technisch alternativlos beim Umstieg auf nicht-fossile, klimaneutrale Mobilität sind, denn die Möglichkeit zur Elektrifizierung ist hier praktisch ausgeschlossen. Nach Aussage von Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer der UNITI, sieht es der Verband positiv, dass das Bundesverkehrsministerium ein Pilotprojekt für die Produktion von E-Kerosin gestartet hat. Das ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz, zu dem synthetische Kraft- und Brennstoffe maßgeblich beitragen können.

E-Fuels nur im Luftverkehr? Technische und wirtschaftliche Gründe schließen das aus!
Dennoch reicht es aus Sicht der UNITI nicht aus, den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen nur im Flugverkehr vorzusehen – dagegen sprechen sowohl technische als auch wirtschaftliche Gründe. Laut E. Kühn ändert es am Ergebnis nichts, ob fossiles Rohöl oder synthetisches E-Crude als Rohstoff in einer Raffinerie verarbeitet wird, heraus kommt zwangsläufig ein Mix mit recht fest definierten Anteilen an verschiedenen Erzeugnissen wie Diesel, Benzin oder Kerosin. Das nennt sich Koppelproduktion. Bei der Verwendung von fossilem Rohöl beträgt der Anteil für Kerosin rund 10 %. Werden synthetische E-Crudes als Ausgangsprodukt für die Produktion von E-Fuels genutzt, kann der Anteil von E-Kerosin am Produktmix zwar etwas erhöht werden, dennoch fallen weiter auch sämtliche anderen Koppelprodukte wie E-Benzin oder E-Diesel an. Es ist technisch also gar nicht möglich, in einer Raffinerie ausschließlich E-Kerosin für Flugzeuge herzustellen.

Auch wirtschaftliche Gründe sprechen gegen einen Einsatz von E-Fuels ausschließlich im Flugverkehr. So ist eine möglichst preiswerte Herstellung von E-Kerosin nur erreichbar, wenn alle in der Raffinerie anfallenden Koppelprodukte im Markt verkäuflich sind. Die Herstellungskosten für E-Kerosin wären sonst sehr hoch. Es bedarf daher nach Aussage von E. Kühn der Zulassung und Förderung sämtlicher synthetischer Endprodukte in allen verfügbaren Anwendungen, wie beispielsweise dem gesamten Verkehrsbereich oder im Bereich der Gebäudewärme. Damit würden Investitionen in industrielle Großanlagen ausgelöst und der zu Beginn hohe Produktionspreis für E-Fuels durch den steigenden Mengenabsatz sinken.

Nur mit E-Fuels im Straßenverkehr wird es also E-Kerosin im Flugverkehr geben können, so das Fazit des UNITI-Hauptgeschäftsführers.